Dreigeführt unterwegs - Generationsübergreifendes Arbeiten
Shownotes
Hier findet ihr uns:
Claudia Weiler: www.fuehrungs-spitze.com
Kaspar Küppers: https://www.eigenrat.de/
Mehr Infos zum Klinikum Oldenburg: https://www.klinikum-oldenburg.de/
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00:00:04: Hallo, liebe Hörerinnen und Hörer, hier ist drei geführt der Führungspodcast unterwegs.
00:00:09: Wir sind hier auf dem Parkplatz vor dem Universitätsklinikum in Oldenburg.
00:00:14: und Claudia, warum sind wir hier?
00:00:16: Ja, wir sind hier, weil ich hier Führungsseminare mache und wir ja das Thema Generation in unserem Podcast haben, also Generation Z haben wir ja schon, die Folge habt ihr schon gehört.
00:00:29: Wenn nicht, schaut noch mal rein.
00:00:30: Und als nach dieser Folge, die wir hier haben, kommt noch mal die Generation, wie wir mit älteren Mitarbeitern und als Führungskräfte umgehen können, was da die Herausforderungen sind.
00:00:42: Und ich habe gedacht, Dazwischen machen wir eine Folge zum Thema Generationsübergreifendes Arbeiten zusammen und habe hier im Klinikum nachgefragt, ob es hier so ein Team gibt, das über die Generationen hinweg gut zusammenarbeitet.
00:00:56: und da haben wir die Sandra und die Anna gefunden und die werde ich jetzt gleich interviewen, die beiden.
00:01:03: Und ich bin mir ziemlich sicher, dass wir da spannende Insights aus der Praxis bekommen.
00:01:09: Also hört einfach mal rein.
00:01:10: Hallo und jetzt sind wir im Uniklinikum in Oldenburg und mir und Kasper sitzen die Anne und die Sandra gegenüber.
00:01:21: Und wir werden die beiden heute zum Thema Generationsübergreifendes Arbeiten interviewen.
00:01:28: Und ich bin gespannt, was man voneinander lernen kann, aber auch wo es vielleicht zwischen den Generationen Konflikte gibt.
00:01:36: Aber jetzt seid ihr zwei erst mal dran.
00:01:39: Anne, magst du dich mal kurz vorstellen, damit unsere Hörer wissen, wer denn da ist?
00:01:45: Ja, hallo.
00:01:47: Mein Name ist Anne und ich komme hier aus der Region, direkt hier um die Ecke und gehöre zu den Baby-Boomern, um das mal als erstes festzustellen.
00:01:58: Also ich bin Jahrgang zweiundsechzig.
00:02:01: Und ich bin... Noch eine Hausgeburt.
00:02:06: Ich bin zu Hause auf dem Hof geboren.
00:02:09: Ganz anders als wie andere das vielleicht sind.
00:02:12: In einer großen Familie mit zwölf Menschen unter einem Dach.
00:02:17: Und mein Name kommt auch daher ein sehr alter Name.
00:02:22: Und vielleicht nicht mehr so geläufig, aber er stirbt auch halt langsam aus.
00:02:26: Obwohl viele finden, dass dieser Name sehr schön ist.
00:02:30: Das finde ich auch.
00:02:31: Ja, danke.
00:02:32: Auch mit ähne, mit a, umlaut.
00:02:34: Leg ich immer sehr viel Wert drauf, weil viele das ja so nicht haben und das ja eher mit diesen umlauten in Skandinavien so üblich ist.
00:02:44: Ja, ja, ich bin sehr ländlich aufgewachsen, konnte bis zur Einschulung gar kein Hochdeutsch.
00:02:51: Ich bin, also meine Muttersprache ist plattdeutsch, muttersprachlich gesehen und dann habe ich Hochdeutsch in der Schule gelernt.
00:03:00: und habe dann ja mit achtzehn, nachdem ich alles an den Ausbildungen hinter mir habe, Abitur durfte ich leider nicht machen, weil ich kaum vom Hof und früher war es üblich.
00:03:13: ländlich, die Heirott sowieso, das deckt nicht, die macht eine Ausbildung und dann ist gut, also nicht weiter irgendwie vertiefen.
00:03:23: Auf jeden Fall habe ich dann aber mit elf, war das für mich schon klar, dass ich Kinderkrankenschwester werden möchte und ich war auch immer eine Puppenmutter und habe dann mit achtzehn meine Ausbildung hier in Oldenburg in der Kinderklinik angefangen und war dann mit einundzwanzig fertigen Kinderkranken Schwester.
00:03:44: Ja, auch irgendwie ein Titel, den es heute so gar nicht mehr geben würde, Kinderkranken Schwester.
00:03:49: Heute würde man Pflegefach kauft oder wie würde man heute sagen?
00:03:56: Ja, und selbst die Ausbildung allein zur Kinder... Pflegefachkraft gibt es ja nicht mehr.
00:04:03: Die gibt es seit mehreren Jahren gar nicht mehr.
00:04:06: Es wird generalistisch ausgebildet mit einem ganz kleinen Anteil in der Pediatrie, also von den Fächern her, aber nicht mehr gesamtkonzeptionell drei Jahre in der Pediatrie und Neonatologie.
00:04:20: Diese Ausbildung
00:04:22: ist...
00:04:23: Adakta, die gibt es so nicht mehr in Deutschland.
00:04:27: Also da sehen wir ja schon total viele Veränderungen auch über die Zeit, die du noch mitgemacht hast.
00:04:32: Ich schätze mal Sandra, wir haben das nicht mitgemacht, die wir gleich erzählen.
00:04:37: In welcher Station bist du und in welcher Funktion bist du denn heute unterwegs?
00:04:41: Augenblicklich bin ich die leitung, pflegerische Leitung der neonatologischen Intensivstation, also das sind früh geborene Kinder oder Babys, die wir betreuen ab der Dreiundzwanzig-plus-Schwangerschaftswoche, die hier in Oldenburg geboren werden und auf der Nachsorgestation.
00:05:03: Für Früh- und Neugeborene.
00:05:05: Nachsorge bedeutet das Kinder- oder Frühgeborene, Neugeborene, die nicht mehr auf intensiv, intensivpflichtig sind, auf eine andere Station kommen können, dann auf der nächsten Station sind.
00:05:17: Da arbeite ich als pflegerische Leitung.
00:05:21: Sehr schön.
00:05:21: Vielen Dank, Elne.
00:05:23: Sehr gerne.
00:05:24: Sandra, wer bist du denn?
00:05:26: Ja, ja, ich bin Sandra.
00:05:28: Ich bin ... die Generation Millenium, wie hier auf meinem Mikrofon auch steht, Millenium, passend dazu.
00:05:37: Ja, ich bin zweiunddreißig Jahre alt, also genau einunddreißig Jahre jünger als Anne.
00:05:43: Und ich bin in der Nähe von Göttingen aufgewachsen, zwischen Göttingen und Hannover ungefähr.
00:05:49: Und hab auch da meine Ausbildung gemacht.
00:05:51: Ich bin aber noch Gesundheits- und Krankenpflegerin, also auch nicht mehr Krankenschwester, auch aber auch noch keine generalistische Pflegefachkraft.
00:06:00: Ja, ich bin aber auch keine Gesundheits- und Kinderkrankenschwester oder Kinderkrankenpflegerin.
00:06:05: Ich wollte das damals machen, aber ich hab leider die Chance nicht bekommen, das zu machen.
00:06:10: Und deswegen bin ich in die Erwachsenenpflege gegangen.
00:06:12: Dort hab ich da meine Ausbildung gemacht.
00:06:15: Hab dann eine Fachweiterbildung gemacht für den Intensiv von Anastasiebereich, weil ich dort tätig war.
00:06:21: Und bin vor zwei Jahren durch Umstände in die Position gekommen, die ich jetzt habe.
00:06:29: hab davor aber auch zwei Jahre in Oldenburg schon gearbeitet, aus privaten Gründen bin ich hierhergekommen und bin jetzt insgesamt schon vier Jahre hier und seit zwei Jahren dort, wo ich jetzt bin.
00:06:39: Und das ist in welcher Station?
00:06:41: Das ist die Nachsorgestation und dort bin ich als stellvertretender Stationsleitung tätig mit Ende zusammen.
00:06:46: und Ende ist ja die Leitung von der neonatologischen Intensivstation und der Nachsorge und ich bin halt von der Nachsorgestation die Leitung, also stellvertretender Leitung.
00:06:57: Also auch schon richtig Karriere gemacht und auch generalistischer gearbeitet, wie Anne das
00:07:02: gemacht hat.
00:07:03: Ja, genau.
00:07:04: Wahnsinn.
00:07:06: Was würdest du denn sagen, ist denn so typisch Anne?
00:07:10: Ja, typisch Anne.
00:07:12: Anne ist ein sehr offener Mensch.
00:07:18: Anne ist sehr ruhig, aber auch trotzdem laut.
00:07:22: Und das macht sie halt so aus.
00:07:24: Also sie ist sehr immer sehr dabei.
00:07:28: Genau, das ist so dieses typische, was Ende ausmacht.
00:07:33: Was ist so typisch Sandra, Anna?
00:07:37: Was ist typisch Sandra?
00:07:39: Sandra ist sehr motiviert für dieses Thema und sehr interessiert und sie ist mit sehr viel Freude dabei in der Neonatologie.
00:07:56: Und da strahlt sie auch aus und da ist sie auch da.
00:08:00: Und das macht mir persönlich einfach so viel Freude zu sehen, mit wie viel Herzenslust und ja überhaupt Herzenswärme sie an dieses Thema.
00:08:12: Neonatologie, früh geborene, neugeborene Eltern, die Mitarbeiterinnen, die da sind, wie sie da rangeht.
00:08:20: Das finde ich einfach faszinierend.
00:08:23: Also ich sehe schon die Begeisterung für den Job.
00:08:25: habt ihr weiter, ne?
00:08:27: Ja.
00:08:29: Was macht denn die Begeisterung aus?
00:08:33: Dass es mit kleinen Kindern ist oder dass ihr helfen könnt.
00:08:37: Warum macht ihr euren Job?
00:08:41: Ja, bei mir war das einmal nochmal die Abwechslung zu sehen, wo entsteht das Leben und wie entsteht das Leben und Was kann man machen in so einem frühen Alter?
00:08:53: Heutzutage ist die Medizin ja so weit fortgeschritten.
00:08:57: Und im Erwachsenenbereich hab ich das nie so erleben können.
00:09:01: Da hatte ich ja in der Regel die Menschen am Lebensende.
00:09:05: Und jetzt hab ich die Menschen am Lebensanfang.
00:09:08: Und das macht das Ganze so besonders.
00:09:12: Die Arbeit einfach mit den kleinen, das sind ja unsere kleinen Patienten, unsere sehr, sehr kleinen Patienten, ist schon was ganz Besonderes.
00:09:20: Es ist was ganz anderes aber auch.
00:09:22: Und das macht das sehr faszinierend.
00:09:25: Und in der Führungsebene, wo ich ja auch tätig bin, da finde ich das so besonders heutzutage mit den generalistischen Pflegekräften zusammen.
00:09:36: Und aber allen anderen ja genauso, aber die zusammenzuführen.
00:09:40: und zusammenzubringen.
00:09:42: Das ist nicht so leicht.
00:09:45: Aber es macht auch Spaß.
00:09:46: Und es macht auch Spaß, von den Älteren zu lernen, aber auch von den Jüngeren zu lernen.
00:09:50: Und ich bin ja von meiner Generation so ein bisschen dazwischen gerade.
00:09:53: Aber das ist auch sehr spannend, auch zu sehen.
00:09:56: Wie ist welche Generation und wie kann man gut zusammenarbeiten?
00:10:01: Oder halt auch mal nicht so gut?
00:10:03: Da kommen wir gleich noch ein paar.
00:10:04: Traum.
00:10:05: Anna, was macht für dich die Begeisterung aus?
00:10:08: Du hast ja gesagt, Seit dem elften Lebensjahr wolltest du das werden.
00:10:11: Ja.
00:10:12: Und ich arbeite ja auch als Kinderkrankenschwester zwischendurch auch mal als Krankenschwester.
00:10:18: Ich hab ja beide Ausbildungen damals gemacht, weil es als Babyboomer ja nicht so viele Berufschancen für uns gab.
00:10:27: Aber auch sehr schnell wollte ich führen, leiten, entwickeln und Wege mit aufzeigen können, wo es hingehen kann.
00:10:39: Deswegen bin ich seit nineteenhundertneunzig auch in Führungsebenen, also in Leitungspositionen, sowohl in Hamburg, wie auch hier in Oldenburg immer gewesen, durchgehend, um Neues
00:10:53: zu bewirken,
00:10:56: Neues umsetzen zu können, um Menschen zu verbinden.
00:11:03: Gesundheit irgendwo hinzubringen, wohl befinden, aber eben halt auch junge Menschen, Ausbildung, modernes Wissen, das war mir, das ist einfach, ja das ist mein Antrieb, das mag
00:11:16: ich einfach.
00:11:17: Sandra hat ja schon so ein bisschen angedeutet, es gibt da schon auch Herausforderungen und Besonderheiten, wenn man mit mehreren Generationen zusammenarbeitet.
00:11:27: Wie siehst du das?
00:11:30: Was sind denn so deine positiven Erfahrungen?
00:11:32: Also ich habe gerade im Vorgespräch schon mitbekommen, du findest es toll, Menschen weiterzuentwickeln und den Weg aufzuzeigen.
00:11:41: Ja, ich persönlich finde... Gerade junge Menschen sind viel besser als ihr Ruf.
00:11:47: Und sie sind sehr offen für das, wenn man sie leitet und führt und ihnen aufzeigt, was es alles gibt und was für Möglichkeiten es gibt.
00:11:58: Und das macht einfach, macht mir totalen Spaß.
00:12:02: Hast du da mal ein Beispiel von jemandem, wo du gesagt hast, boah, das ist so gar nicht das typische Klischee?
00:12:10: So gar nicht das typische Klischee ist, also das ist so ein ganz kleines Beispiel.
00:12:16: Wir haben auch internationale Mitarbeiterinnen auf unserer Station von Anfang an in der Kinderklinik gehabt und wir haben jetzt schon mehrere und eine ist aus Südamerika bei uns angekommen, durfte in der Corona-Zeit gar nicht arbeiten, hat hier wieder angefangen zu arbeiten.
00:12:36: und erst auf Intensiv, neonatologisch und jetzt auf der Nachsorgestation.
00:12:41: Und sie hat letzte Woche oder
00:12:43: vorletzte
00:12:44: Woche auf einer Dienstbesprechung gesagt, dass sie das bekommen hat und das erreicht hat, was sie haben wollte, gerne für sich und dass sie sehr glücklich ist.
00:12:53: Und das Ganze auf... Deutsch, ganz normal Deutsch.
00:12:56: Und das hat mich total berührt, wie ein Mensch aus Südamerika hierher kommt, hier arbeitet, hier Erfüllung findet und wir daran teilhaben dürfen.
00:13:10: Und dann auch fleißig gearbeitet hat und auch wirklich ehrgeizig ihr Ziel verfolgt hat.
00:13:15: Hat sie.
00:13:16: Super.
00:13:17: Also ein schönes Beispiel, weil typisches Klischee ist, die sind alle faulen wollen nicht arbeiten.
00:13:22: Richtig.
00:13:22: Richtig.
00:13:23: Da sieht man es ganz anders.
00:13:24: Genau.
00:13:26: Wo siehst du dann die schönen Momente mit unterschiedlichen Generationen zusammenarbeiten?
00:13:32: Ja, also ich finde das halt, also auch dieses typische Klischee gibt, natürlich gibt es das, dass junge Leute, die sind faul, die sind ständig krank, die haben ihre Befindlichkeiten, da gibt es bestimmt welche, die das auch
00:13:48: erfüllen.
00:13:50: Aber tatsächlich muss ich sagen, bei mir im Team oder bei uns im Team, ist es sehr wenig.
00:13:56: Also auch die Jungen sind sehr motiviert, sehr froh, fröhlich, haben richtig Bock zu arbeiten.
00:14:04: Die Älteren, aber genauso.
00:14:06: Die haben auch richtig Bock noch zu arbeiten.
00:14:07: Obwohl die Arbeit immer schwerer wird, die Bedingungen immer schwerer werden, haben die immer noch einfach diese Energie, da dran zu bleiben.
00:14:16: Und das finde ich sehr beeindruckend, dass man auch in einem Alter mit fünfzig, sechzig noch so ... so eine Energie aufbringen kann, für diesen Job, den man mit Leidenschaft machen kann, zu haben.
00:14:28: Aber auch die Jüngeren, das genauso haben.
00:14:30: Und das finde ich sehr schön, mit anzusehen.
00:14:34: Auch, dass sie es untereinander können, auch wenn der Weg steinig war die letzten zwei Jahre.
00:14:38: Aber ich finde, das haben wir so ganz gut hinbekommen.
00:14:42: Wie habt ihr das denn gemacht?
00:14:46: Ich bin neu ins Team gekommen.
00:14:47: Okay.
00:14:50: Neuer Wind.
00:14:51: Ja.
00:14:52: Vor zwei Jahren, also im Mai sind das zwei Jahre.
00:14:56: Und im Sommer kam die ersten außer generalistischen Ausbildung zu uns.
00:15:00: Die konnten weder Pediatrie noch ... Also die hatten eine ganz, ganz komplett andere Ausbildung.
00:15:05: Und das war sehr großes Konfliktpotenzial.
00:15:08: Häft
00:15:08: mal unseren Zuhörern, was ist Pediatrie?
00:15:11: Das habt ihr schon so oft genannt.
00:15:13: Ja, Entschuldigung.
00:15:14: Also die Arbeit, also die Pflege mit Kindern.
00:15:18: Also von null bis achtzehn Jahren.
00:15:19: Und wir haben ja ab der Dreiundzwanzig-Plus-Schwangerschaftswoche in unserem Bereich bis zum ersten Lebensjahr.
00:15:27: Wir haben Babys.
00:15:28: Genau, Babys.
00:15:28: Wir haben einfach Babys.
00:15:29: Piatrie ist das Arbeiten mit Babys.
00:15:32: Unter anderem.
00:15:33: Unter anderem.
00:15:33: Unter anderem.
00:15:34: Flach, wenn wir den Leinen erklärt.
00:15:36: Okay.
00:15:37: Ja.
00:15:38: Ja.
00:15:38: Und dann habt ihr die Generalisten erst mal trainieren müssen.
00:15:43: Die können gar nicht wickeln.
00:15:44: Die wissen nicht mal, was eine Pampas ist.
00:15:48: Klar, nichts.
00:15:49: Haben die nicht gelernt?
00:15:50: Wir haben das gelernt in der Ausbildung.
00:15:54: Ich nicht.
00:15:55: Sie auch nicht.
00:15:56: Erwachsene, erwachsene Wickeln.
00:15:59: Aber Babys, also die ganze Babypflege, was sie vielleicht in der Gesundheit zum Kinderkrankenpflege Ausbildung gelernt haben, die Grundausbildung dafür.
00:16:10: Und Versorgung.
00:16:11: Gar nichts kennen die davon.
00:16:13: Gar nichts.
00:16:13: Ernährung mit Flaschefüttern.
00:16:18: Die hinlegen, zu betten.
00:16:21: Nichts.
00:16:22: Und ich höre so ein bisschen raus, du bist da echt erstaunt, dass man sowas gar nicht lernt.
00:16:26: Richtig.
00:16:27: Ja.
00:16:28: Weil das war ja bis vor Jahren ein einzelner Ausbildungsweg für drei Jahre mit einem Abschluss, den ich ja auch gemacht habe.
00:16:39: Und nur für die Pediatrie.
00:16:42: Und jetzt gibt es das gar nicht mehr.
00:16:44: Gar nicht.
00:16:45: Und wie ist das für dich, Sandra?
00:16:47: Ist das für dich so, ja gut, dann lernen wir das und fertig.
00:16:50: Das ist normal heute, geht ja nicht anders.
00:16:54: Bei mir war das auch sehr schwierig am Anfang.
00:16:57: Ich kam an und ich konnte das halt auch alles nicht.
00:17:00: Ich hab keine kleinen Geschwister, keine kleinen Cousinen.
00:17:03: Also für mich war das auch komplettes Neuland.
00:17:05: Und meine Einarbeitung war furchtbar.
00:17:08: Also ich hatte eine sehr schlechte Einarbeitung, das muss ... Das ist leider Fakt.
00:17:13: Und mein Ansporn war einfach, nachdem ich dann mir auch die Einarbeitung selbst geholt habe, zu sagen, okay, wenn jetzt die neuen zu uns kommen, die wirklich genauso wie ich, in der hin sich keine Erfahrung haben, das muss anders laufen.
00:17:27: Ich hab das erfahren, wie blöd das ist, und ich möchte nicht, dass es anderen genauso ergeht.
00:17:32: Und das war halt mein Ansporn zu sagen, okay, wir müssen irgendetwas entwickeln, dass es denen einfach besser geht.
00:17:40: dass die auch weiterhin die Lust haben, in diesem Job zu arbeiten und nicht nach zwei Monaten sagen, oh nee.
00:17:47: Ich kam aus der wachsenden Intensivpflege, ich hatte Erfahrung im Menschenbeobachten, im Patientenbeobachten, in Monitorpflege, also unsere Kinder liegen alle am Monitor mit Kabel.
00:18:00: Das kannte ich von der Intensivstation.
00:18:01: Das war mir alles bewusst.
00:18:03: Ich weiß auch, was normal ist und was nicht normal ist, aber das haben die alle ja nicht gehabt, die frisch aufs Ausbildung kommen.
00:18:09: Das war mein Vorteil.
00:18:11: Aber die Pflege konnte ich genauso wenig.
00:18:14: Das heißt, du konntest dich natürlich auch, weil du die Erfahrung selber gemacht hast, viel besser reinversetzen.
00:18:19: Ja.
00:18:19: Und Anne hatte das eben von Anfang an gelernt und musste das sich erdenken, wie sich das anfühlt so ein bisschen, ne?
00:18:28: Teilweise.
00:18:29: Also teilweise schon, weil ich ja auch beide Ausbildungen habe und in beiden Ausbildungen gearbeitet habe.
00:18:37: Aber so ... Es war mir halt auch ein Anliegen, dass Sandra als Nachfolge, wie sie kommt, in die Führungsposition Learning by Doing, wie geht es meinen Mitarbeiterinnen, welche Ausbildung bekommen, welche Defizite haben die, wie werde ich das umsetzen müssen, damit wir das einfach anders haben für die Neuen.
00:19:00: Deswegen hat sie auch ein vierzehntägiges PD-Training-Programm mitgemacht, was wir neu entwickelt haben.
00:19:08: und ist da mit den generalistischen eingestellten Mitarbeiterinnen gemeinsam, was die auch ganz toll fanden, dass sie gleichgestellt mit ihrer stellvertretenden Leitung zur Schule gegangen sind und gleiches Wissen sozusagen erfahren haben und auf der gleichen Schulbank auch dann saßen wieder.
00:19:28: Das war für die ein...
00:19:31: Das war komisch für die.
00:19:33: War das
00:19:33: auch für dich komisch, Sandra?
00:19:36: Für mich war das gar nicht komisch.
00:19:38: Ich fand das cool.
00:19:40: Aber für die war das so, oh Gott, das ist unsere stellvertretende Leitung.
00:19:44: Und jetzt müssen wir mit der da sitzen.
00:19:45: Und wir kennen die noch gar nicht.
00:19:48: Und dann haben sie aber sehr schnell gemerkt, dass ich sehr entspannt bin.
00:19:51: Und ich hab auch gesagt, ich bin hier jetzt als Pflegekraft und nicht als Leitung.
00:19:55: Ich möchte das genauso lernen wie alle anderen auch.
00:19:58: Und dann war das alles okay.
00:20:00: Aber der erste Augenblick war so, oh Gott, oh Gott.
00:20:03: Also ich höre schon raus, um mal kurz zusammenzufassen.
00:20:06: In der Ausbildung gibt es doch schon große Unterschiede gerade im Klinikum, was ältere Mitarbeiter, aber auch den jüngeren Mitarbeitern angeht.
00:20:15: Die kommen mit ganz anderen Voraussetzungen rein und da ist schon mal ein deutlicher Unterschied da, was Ausbildung und Erfahrung in der Ausbildung angeht.
00:20:25: Sehr schön, danke.
00:20:27: Wie sieht es denn mit der Kommunikation aus?
00:20:29: Erlebt ihr da auch unterschiedliche Kommunikationsarten?
00:20:33: Oder ist das bei uns alle gleich?
00:20:35: Ja, zwischen jung und alt generell im Team auch.
00:20:40: Also, wir beide kommunizieren schon ganz anders.
00:20:43: Ich bin ja Oldschool-Fashion.
00:20:46: Ich rede und telefoniere.
00:20:49: Sandra hat sofort erst mal ein E-Mail-Verteiler aufgebaut, wo sie wirklich wöchentlich mehrfach Informationen, die für alle wichtig sind, transportiert.
00:21:00: Und das ist einfach ganz toll.
00:21:02: Und das macht sie sehr nett.
00:21:04: Und so sind alle auch immer informiert.
00:21:06: So was hatte ich nicht.
00:21:10: im Sinne nennen wir das mal so, ich hatte auch keine WhatsApp-Gruppe, in der ich drin war, wollten die anderen aber auch nicht, das hat Sandra auch aufgebaut.
00:21:19: Also andere Kommunikationswege und wie man miteinander kommuniziert, wobei wie man miteinander kommuniziert, respektvoll und zugewandt, das machen wir beide gleich, das ist schon so.
00:21:34: Aber einfach, dass sie viel moderner kommuniziert, als wie ich das mache.
00:21:38: Also ich nenne mich ja immer Auslaufmodell.
00:21:41: Ich bin irgendwann weg.
00:21:43: Das ist ja demnächst auch so.
00:21:45: Und dann kommen neue Wege und das ist auch gut so.
00:21:47: Ich finde das auch schön.
00:21:49: Oder dass wir auch, wie heißt hier, Wir heißen ja noch mal Big Blue Button, dass wir
00:21:59: online Dienstbesprechungen
00:22:03: kommunizieren.
00:22:04: Also ich installiere das nicht, das machen andere, aber ich kommuniziere dann auch inzwischen so.
00:22:10: Das antrat an der Wurst.
00:22:13: Ja, weil die das einfach beherrschen.
00:22:15: Ich bin damit nicht groß geworden.
00:22:18: Das heißt, da lässt du dich dann auch von den Jüngeren führen, den
00:22:21: Moment.
00:22:22: Ja, das dürfen die auch.
00:22:23: Und so wie jetzt letzte Woche auch, hat Sandra eine Dienstbesprechung auch dann gleich mit Powerpoint, ganz super, wo auch Videos drin sind.
00:22:33: Weiß ich gar nicht, wie man das da reininstalliert bekommt.
00:22:37: Aber so hat jeder seine Wege, wie er kommuniziert.
00:22:42: Und letztendlich haben sie auch noch immer die Möglichkeit, mehreres zu bekommen.
00:22:49: Ich glaube, das ist ganz schön, jetzt noch so davon zu partizipieren und dass man alles so hat.
00:22:56: Und auch diesen Wissensschatz, den wir natürlich in der Pediatrie noch haben, dass wir den weitergeben und das dann aber ja so verfestigt wird.
00:23:08: dann ja früh und neugeborene wieder einfach ganz toll versorgt und gefliegt werden und eben halt auch die Eltern.
00:23:16: Bei uns ist es ja nicht nur der Patient an sich, sondern bei uns ist es ja immer eine Gruppe.
00:23:21: Es ist ja immer die Familie gemeinsam und nicht wie bei Erwachsenen.
00:23:28: Erst mal der Patient und dann kommen die Angehörigen dazu.
00:23:32: Bei uns sind die immer zusammen und das geht gar nicht
00:23:34: an.
00:23:35: Ja, ich glaub, gerade in eurer Station ist Patientensicherheit und Wohlbefinden eben total wichtig.
00:23:41: Richtig.
00:23:42: Sandra, wie erlebst du denn die Kommunikation?
00:23:46: Du lachst schon.
00:23:48: Ja, ich kam halt an vor zwei Jahren.
00:23:50: Und wie Anne gerade schon meint, es wurde viel per Telefon geklärt.
00:23:54: Was in meinen Augen ja auch völlig okay ist.
00:23:56: Super.
00:23:57: Aber, jetzt kommt das aber.
00:23:59: Ich habe sehr schnell aufgehört, wenn wir ... Personal gesucht haben, wenn jemand krank war, anzurufen.
00:24:06: Es hat mich unfassbar viel Zeit gekostet, morgens die halbe Station durchzutelefonieren.
00:24:11: Und ich hatte ständig irgendwelche Ehemänner am Telefon.
00:24:14: Und ich kannte die ehemänner, bevor ich meine Mitarbeiterin kannte.
00:24:19: Und das war echt, das hat mich sehr gestört auch und auch genervt.
00:24:24: Und deswegen habe ich dann gefragt, es gab eine WhatsApp-Gruppe.
00:24:28: bei einer Dienstbesprechung gefragt, ist es nicht für alle okay, wenn wir da reinschreiben.
00:24:33: Jeder ist informiert, derjenige, der kann, der kann sich melden, derjenige, der nicht kann, meldet sich halt nicht.
00:24:40: Klappt super.
00:24:41: Das machen wir jetzt seit zwei Jahren, oder fast zwei Jahren so.
00:24:44: Klappt gut.
00:24:45: Erne Telefoniert trotzdem ab und zu noch, kann sie auch gerne machen.
00:24:49: Erne ist auch in der Notfallgruppe drin, so nennt sich die, die Notfallgruppe.
00:24:53: Und es gibt auch eine andere WhatsApp-Gruppe.
00:24:56: wo ich auch anfangs drin war, wo ich mich dann aber doch distanziert habe.
00:25:00: Weil der Kontakt zu mir zu schnell war und ich privat super viele Nachrichten bekommen habe und gesagt habe, ah, Leute, das ist mir zu viel.
00:25:10: Irgendwelche dienstlichen Sachen im Frei, irgendwelche dienstlichen Sachen abends irgendwie um neun noch, da hab ich gesagt, nee, ich hab auch mal Feierabend.
00:25:17: Wenn ihr frei habt, wollt ihr auch nicht, dass ich euch ständig mit dienstlichen Sachen voll bombardiere?
00:25:22: Genauso möchte ich das auch nicht.
00:25:24: Hab ich klar kommuniziert, war für alle okay.
00:25:26: waren alle fein mit.
00:25:28: Wenn ich dann was für diese WhatsApp-Gruppe habe, frage ich eine Kollegin im Dienst, kannst du das für mich da reinstellen?
00:25:34: Klar, okay, da machen wir das so.
00:25:37: Und ist das so, gibt es dann einen Unterschied, was so die Work-Life-Balance angeht zwischen jung und all, dass bei Älteren, dass die offener sind oder dass die eher mal auch abends oder nach Dienstschluss arbeiten oder was reinschreiben in die WhatsApp-Gruppe, wie du gerade sagst und die Jüngeren das eher ablocken, erlebt ihr da einen Unterschied?
00:25:54: oder ist das... durch die Generation gleichbau.
00:25:58: Es sind tatsächlich die Jüngeren, die eher nach Feierabend noch mal in so eine Gruppe etwas reinschreiben und die Älteren sagen, ich hab jetzt Feierabend, wenn sie Feierabend dann haben.
00:26:08: Und die sind ja technisch, es ist ja einfach so, die Babyboomer sind ja technisch nicht ganz so versiert.
00:26:15: Es gibt natürlich Kolleginnen, die sind das, aber viele sagen, oh, dieses ... Handy, Scheiß, irgendwie um die Uhrzeit noch, das brauche ich nicht.
00:26:23: Genauso wie ich jetzt die Rückmeldung bekommen habe, ich schreibe ja regelmäßig die E-Mails, wie Endel grad meinte.
00:26:28: Das ist manchmal auch viel.
00:26:30: Auch die lesen das in der Regel dann zu Hause in der Freizeit.
00:26:33: Aber sie können das lesen, wenn sie möchten.
00:26:35: Sie können das sicher einteilen.
00:26:37: Man muss das ja nicht jetzt lesen, wenn es jetzt ankommt.
00:26:40: Dennoch finden sie es trotzdem auf den ... Sie schreibt die auch nachts.
00:26:50: Also ich schreibe das schon in der Arbeitszeit und ich mache ja noch alle drei Schichten auf weiterhilden.
00:26:54: Und meine E-Mails haben auch einen bestimmten Betreff, dass die auch wissen, okay, die kommt jetzt von Sandra.
00:27:00: Also tagsüber ist das Neues aus dem Universum.
00:27:04: Ich hab mir das halt so überlegt und das finden die alle auch ganz witzig.
00:27:07: Und nachts kommt halt ein neues aus der Nacht.
00:27:09: Dann wisst ihr, okay, Sandra hat auch Nachtdienst.
00:27:11: Wir erreichen sie tagsüber auch nicht.
00:27:13: Und somit wissen die halt auch ungefähr, okay, Sandra ist da oder Sandra ist auch nicht da.
00:27:18: Und ja, über Ostern hab ich mich jetzt sehr zusammengerissen.
00:27:22: Da hatte ich auch Nachtdienst.
00:27:23: Da hab ich gesagt, nee, an Feiertagen muss jetzt keine Information kommen.
00:27:28: Aber in der Nacht vom Montag auf Dienst, da kam dann ... Neues aus der Nacht mit so ein paar Informationen, die ich halt hatte, weil ich diese Woche halt frei habe.
00:27:40: Ja, also auch da gibt es Unterschiede, aber ihr kriegt das immer ganz gut hin und ich glaube, ich höre so raus, das Thema Akzeptanz ist total wichtig.
00:27:48: Seht ihr das auch so?
00:27:49: oder was ist noch wichtig, um dass es über die Generation hinaus gut funktionieren kann?
00:27:54: Also
00:27:55: Akzeptanz ist sehr wichtig wirklich und dass man offen ist.
00:28:00: Sowohl wie ich das immer sage für die jungen Menschen, ich finde die einfach toll junge Menschen und wie die kommen und was die machen, was die für Ideen haben und sich selber, wenn sie sich einbringen, was da so kommt, finde ich einfach super.
00:28:16: Und aber eben halt auch Akzeptanz für die Älteren.
00:28:20: Ich persönlich muss ich sagen, manchmal ich habe nicht so viel Akzeptanz für meine Gleichaltrigen, manchmal, wenn die nicht so beweglich sind, so wie ich.
00:28:31: Das macht mir persönlich Schwierigkeiten, nicht den anderen, aber... Nicht
00:28:36: so beweglich im Kopf oder körperlich auch.
00:28:39: Sowohl als auch.
00:28:40: Sowohl als auch.
00:28:41: Aber so in der Offenheit, dass man offen ist für Neues auf Station, wie junge Menschen sind, warum die so sind, wo die herkommen, welchen Background die mitbringen.
00:28:53: Dafür sind manche nicht so offen.
00:28:56: Und das hätte ich halt gerne manchmal... und Sandra und ich, was ich als ganz großen Vorteil auch empfinde, ist, wir haben ein gemeinsames Büro und wir tauschen uns, wenn es geht, wir haben nicht mehr viel Zeit zu zweit, aber wir tauschen uns aus in dem, was wir gerne möchten, was wir für Ziele haben, was ich vor allen Dingen unterstütze, immer in dem, weil sie ist die Zukunft.
00:29:27: für das neue Perinatalzentrum, was da aufgebaut wird, dass sie in allem einbezogen wird, dass sie weiß, was da passiert, dass sie auch herangeführt wird, immer mehr an die Pediatrie, weil die Pediatrie ist einfach anders als wie die Erwachsenen, Medizin und viele Menschen und auch die Ärzte.
00:29:49: Alles drumherum tickt anders oder auch die Eltern und Angehörigen.
00:29:53: Das ist einfach eine ganz andere ganz anderes Kliniksetting.
00:29:59: So kann man das, glaube ich, bezeichnen.
00:30:01: Also du empfindest dich als Mentorin für Sandra, dass sie praktisch das, was du aufgebaut hast, da weiterführt und weiter voranbringen und weiter gestalten kann.
00:30:13: Ja,
00:30:13: dass sie einen guten Start dahin hat und dass sie einfach weiß, wer mit wem, warum, wieso, weshalb.
00:30:22: Das gehört ja auch immer dazu.
00:30:23: Wir sind ja Oldenburger.
00:30:26: Der Oldenburger an sich wandert ja nicht gerne eigentlich.
00:30:29: Die sind ja alle lange hier und alt eingesessen.
00:30:33: Sandra ist auch dazu gekommen hier in die Kinderklinik.
00:30:39: Und dass sie sich einfach auskennt und der Weg freigemacht wird für die Zukunft, für neue
00:30:46: Ideale
00:30:47: und Forschung.
00:30:48: Was weiß ich, was sie alles machen oder sie eine ganz andere Setting für die Station hat, neue Abteilungen aufbauen kann.
00:30:57: Wenn sie es denn macht, sie natürlich darf sie immer machen, was sie möchte.
00:31:03: Aber sowas finde ich einfach spannend.
00:31:05: Und wenn ich noch jung wäre.
00:31:07: Ich hätte das auch gerne gemacht.
00:31:08: Ich finde das toll.
00:31:10: Manchmal frage ich mich gerade so im Gespräch, ob du nicht weiterarbeiten willst.
00:31:15: Nein,
00:31:15: nein, nein, das möchte ich
00:31:16: nicht.
00:31:16: Du weißt, was du machst, wenn du in Rente gehst.
00:31:19: Ja,
00:31:19: tatsächlich.
00:31:20: Ich hatte am Anfang immer überlegt, ob ich vielleicht noch mal was Ehrenamtliches mache.
00:31:25: Hier in der Kinderklinik, aber das mache ich nicht.
00:31:29: Ich mache einfach das, was ich früher nicht durfte.
00:31:33: Ich hätte ja gerne Kunst und Kunstgeschichte studiert und hätte ja auch gerne gemalt.
00:31:38: Und alles das mache ich jetzt inzwischen in meiner Freizeit.
00:31:41: Und ich würde das einfach in Bremen studieren, wenn ich Rentnerin bin.
00:31:46: Das ist eine schöne Idee.
00:31:51: Ja, kommen wir mal zu den Themen, die nicht so schön sind.
00:31:54: Wo gibt es denn Konflikte mit den Generationen, Sandra?
00:31:57: Wo ... vielleicht ... also, bei euch hör ich raus, ihr seid sehr harmonisch miteinander, aber vielleicht gibt es ja auch zwischen euch oder auch im Team Konflikte, wo ... über die Generationen ... du lachst schon, ja.
00:32:13: Es ist sehr harmonisch zwischen uns.
00:32:15: Aber es gibt natürlich auch Momente, wo es auch zwischen uns mal so Momente gibt, wo ich sage, oh.
00:32:20: Die nervt.
00:32:21: Eine.
00:32:22: Halt einen Rand oder irgendwie ... Ich schaff die Arbeit einfach nicht.
00:32:31: Gib mir nicht noch eine Aufgabe.
00:32:33: Das wird mir einfach grad zu viel.
00:32:35: Ich schaff das auch nicht alles.
00:32:37: Das sag ich dann aber auch.
00:32:38: Das ist halt sehr gut.
00:32:39: Wir können uns das gegenseitig auch sagen.
00:32:42: Und keiner ist beleidigt.
00:32:44: Und denkst du, dass ältere generell dazu neigen, immer gleich alles auf einmal zu sagen?
00:32:49: Nein.
00:32:49: Oder ist das ein Persönlichkeitsdeba?
00:32:52: Das
00:32:52: ist, sagen wir mal so, ich hab verschiedenste Begegnungen gemacht in meiner Laufbahn natürlich.
00:33:00: Und hier im Klinikum gibt's eine Fortbildung, die ich super cool finde.
00:33:03: Die gibt's seit letztem Jahr, Generationsübergreifende Zusammenarbeit.
00:33:06: Und da hab ich alle meine Mitarbeiter hingeschickt.
00:33:09: Weil ich gesagt habe, ihr müsst euch untereinander verstehen.
00:33:12: Ihr müsst wissen, warum ... ist welche Generation so wie sie ist.
00:33:16: Erst dann versteht man, warum kommuniziert jemand so gerade, wie er kommuniziert.
00:33:22: Das hat mir persönlich auch sehr weiter geholfen in der Kommunikation.
00:33:26: Dennoch ist es trotzdem manchmal auch schwierig.
00:33:29: Zum Beispiel die Jüngeren sagen direkt, wenn irgendwas nicht passt.
00:33:34: Die sagen das gerade raus.
00:33:35: Das finde ich jetzt uncool.
00:33:37: Das passt mir so nicht.
00:33:38: kommen aber auch tatsächlich eher direkt zur Führungskraft, anstatt das untereinander zu klären.
00:33:44: Das ist bei den Älteren halt anders.
00:33:46: Die wollen das gerne erst mal vor Ort klären, untereinander.
00:33:50: Aber auch da ist das eher so, dass die Generation unter sich das dann versucht zu klären und nicht mit der anderen Generation zusammen.
00:33:58: Also schon so ein bisschen dieses Hinterrück.
00:34:01: Das ist leider die etwas ältere Generation.
00:34:05: Und das erfahren wir halt erst so später, manchmal auch erst, wenn es fast schon zu spät ist.
00:34:10: Und
00:34:11: dann denkst du, oh, Mensch, das hätte jetzt nicht sein müssen.
00:34:14: Ja,
00:34:14: und dann sitzt halt jemand vor mir, dem Laufen die Tränen und dann denke ich mir, oh, nicht schon wieder.
00:34:19: Und das tut mir auch dann total leid.
00:34:21: Das hätte man vorher schon mal anders klären können, wenn die es untereinander hätten schon mal geklärt, angesprochen hätten.
00:34:27: Und dann sitzt natürlich jemand junges da und sagt, ich trau mich das jetzt gar nicht anzusprechen.
00:34:32: Kann ich auch verstehen.
00:34:33: Man kennt den anderen nicht oder denkt sich ja, der redet hinter dem Rücken über mich.
00:34:37: Vielleicht war es aber auch gar nicht so, das wurde missverstanden und dadurch entstehen super viele Missverständer in der Kommunikation.
00:34:44: und wenn sie es unternahm.
00:34:45: Ich sag aber, ihr müsst auch mal miteinander reden und nicht immer nur übereinander oder nebeneinander.
00:34:51: Aber da bin ich dran.
00:34:54: Was wirst du denn in der Führungskraft raden, was sie machen kann, wenn ältere Leute sich nicht so offen trauen, was zu sagen?
00:35:03: gerade wenn ich selber eine jüngere Führungskraft bin.
00:35:05: Also, ich möchte jetzt gerne, das ist halt gerade sehr großes Thema bei uns.
00:35:09: Und ich möchte gerne eine positive Feedback-Kultur einbringen.
00:35:15: Und ich mag auch dieses Wort Kritik und Problem.
00:35:17: Das sind für mich, in Anführungsstrichen, Problemwörter.
00:35:21: Ich finde mal Feedback ganz schön.
00:35:23: Und man kann ja Feedback positiv verpacken, man kann ja Feedback negativ verpacken.
00:35:27: Und ich möchte, dass sie negatives Feedback positiv verpacken.
00:35:31: da bin ich jetzt gerade sehr viel am recherchieren, wie ich das auch gut in das Team bringe, weil ich das sehr schön finde, wenn sie untereinander positiv kommunizieren und sich auch Fehle an, ja so macht man ja, aus Fehlern lernt man ja auch, aber dass es positiv kommuniziert wird, dass sich keiner auf den Schlipsgetreten fühlt und sagt, fand ich jetzt richtig kacke, wie die das zu mir gesagt hat und ich finde jetzt blöder deswegen.
00:35:53: Sondern was könnte man stattdessen sagen?
00:35:56: Ja, danke, dass du mir das gesagt hast.
00:35:58: Ich achte da beim nächsten Mal drauf.
00:35:59: Und genau, dass man keine Angst haben muss, auch jemandem etwas zu sagen.
00:36:04: Also, es ist ja wirklich oft, dass es dann heißt, ich trau mich das nicht zu sagen.
00:36:08: Und das möchte ich nicht.
00:36:09: Ich möchte einfach, dass sie sich das sagen können.
00:36:11: Und nicht dann zu mir wiederkommen oder zu Ende.
00:36:14: Und wenn ich dann zu der Person gehe, das hat immer einen negativen Beigeschmack.
00:36:17: Die Leitung kommt schon wieder zum Gespräch.
00:36:20: Und das möchte ich nicht.
00:36:21: Nicht, weil ich das zu anstrengend finde.
00:36:24: Aber ich finde, das ist irgendwie für das Miteinander unklug.
00:36:28: Ja, ich glaube auch, ein persönliches Gespräch kann doch viel mehr klären, wie wenn man über eine dritte Person das klärt.
00:36:35: Anna, was regt dich denn an der jungen Generation auf?
00:36:39: Wo du denkst, oh, da steig ich dann aus.
00:36:42: Eine jungen Generation, das weiß ich gar nicht.
00:36:46: Ich mag die ja, die junge Generation, weil ich habe ja selber auch einen Sohn, der ist dreißig.
00:36:51: Lebt in Köln und richtig aufregend weiß ich gar
00:36:59: nicht.
00:36:59: Aber Konflikte wird es ja geben manchmal.
00:37:01: Wo denkst du, die denken da ganz anders wie wir?
00:37:05: Ja, das stimmt.
00:37:06: Da denken die ganz anders und die sind ... Na ja, ich komm ja ... Die Babyboomer haben ja ausgehalten.
00:37:14: Die haben ja vieles ausgehalten und sind da durchgegangen.
00:37:18: Und haben vieles einfach ... Stille und leise will ich auch gar nicht sagen, aber gelernt einfach und haben das weggesteckt.
00:37:28: Das können junge Menschen nicht so
00:37:31: gut.
00:37:32: Und da würde ich mir manchmal wünschen, dass sie dass einfach nicht immer gleich auf die Goldwaage nehmen soll und einfach eine Nacht darüber schlafen und nächsten Tag gucken, wie es ist dann, dass sie einfach gelassener dabei werden.
00:37:47: Also sowas, das durften wir uns gar nicht leisten in dieser Generation.
00:37:54: und auch was alles problematisch sein könnte.
00:37:57: Da würde ich mir manchmal wünschen, dass sie... Unproblematischer sind tatsächlich.
00:38:04: Magst
00:38:04: du ein konkretes Beispiel nennen dazu?
00:38:07: Ja, weiß ich jetzt gar nicht.
00:38:09: Guck mal, Sandra, die lächelt schon.
00:38:10: Die weißen weiß
00:38:11: sie.
00:38:11: Hast du eins?
00:38:14: Na ja, also ich muss kurz überlegen, aber es ist tatsächlich so, dass ich manchmal auch zu Freunden sage, ihr glaubt gar nicht mit was für Problemen die zu mir kommen.
00:38:23: Über die Sachen würde ich mir gar keine Gedanken machen.
00:38:27: Ich weiß das jetzt also auch konkret, so aktuell auch nicht.
00:38:31: Aber das sind so wirklich kleine Befindlichkeiten, wo ich mir auch manchmal denke.
00:38:37: Okay, ja krass.
00:38:42: Also sie fühlen sich auch gerne sofort zurückgesetzt durch Wörter, durch Sätze, die andere Mitarbeiterinnen zu denen gesagt haben, was die vielleicht gar nicht so gemeint haben oder wo sie einfach mal, mal, mal, mal, mal.
00:38:57: ruhig hören wir mal zu.
00:38:58: Dann fühlen sie sich bevormundet und kommen zu uns und sagen, die hat doch so was gesagt.
00:39:03: Jetzt gesagt,
00:39:03: ich muss zuhören.
00:39:04: Ja,
00:39:05: also das ist jetzt so überspitzt.
00:39:07: Aber so, die sind wirklich ... Ja, sie haben eine andere Schwelle zu dem, was sie aushalten können.
00:39:15: Und ich persönlich sage dazu aber auch immer, das ist das Ergebnis von dem, was wir erzogen haben, wie wir unsere Kinder erzogen haben.
00:39:23: Also die sind ja aus einer ganz anderen Generation.
00:39:25: Das, was wir hatten, so wie Sandra das ja auch beschrieben hat, jede Generation hat das durchgemacht, was sie hatte und so, wie wir das auch haben.
00:39:34: Und die junge Generation Die kennt bis jetzt für mich den Konflikt Corona.
00:39:39: Ja, den kennen die wirklich.
00:39:41: Das war auch schlimm, was da alles war, ne?
00:39:45: Aber sonst so Krisenhaftes, weiß ich gar nicht, ne?
00:39:49: Und man merkt auch, finde ich persönlich auch noch mal den Unterschied zur Generation Y und zur Generation X. Genau, das ist ja die nach mir.
00:40:01: Das ist noch mal was ganz, ganz anderes.
00:40:03: Also manchmal denk ich mir so ... Oh, okay.
00:40:07: Ja, also die sind wirklich sehr empfindlich teilweise.
00:40:12: Und ich habe noch auch gelernt, Arschbacken zusammenkneifen und durch da jetzt.
00:40:17: Es sind auch nicht alle so, aber das ist so, wo ich mir manchmal denke, darüber muss man jetzt eigentlich sich nicht aufregen oder ich weiß nicht, wo das Problem hier gerade steckt.
00:40:27: Und wie reagiert ihr als Wirrungskräfte dann da drauf?
00:40:30: Was macht ihr?
00:40:31: Ich hör mir das erst mal ganz in Ruhe an.
00:40:33: Und ich sag dann auch, okay, ich verstehe das auch.
00:40:35: Und ich versuch, das ja einfühlsam erst mal hinzunehmen.
00:40:39: Und rat dann immer, es sei denn, der Person geht es ganz schlecht damit.
00:40:44: Geh hin, sprech mit der Person.
00:40:46: Wenn du möchtest, dass jemand dabei ist, nimm dir jemand mit dazu.
00:40:50: Es muss ja aber keiner von uns auch sein.
00:40:52: Wie gesagt, das hat ja immer irgendwie negativen Beigeschmack.
00:40:55: Aber wenn du das möchtest, dass jemand von uns dabei ist, ist natürlich auch von uns jemand dabei.
00:40:59: Aber fördert
00:41:00: das nicht genau das?
00:41:01: Jetzt bin ich mal provokant.
00:41:03: Ja.
00:41:04: Fördert das nicht genau das, dass die wieder verwöhnt werden, unterstützt werden und nicht selber ihren Weg finden müssen können?
00:41:12: Ja.
00:41:13: Fördert das natürlich.
00:41:16: Ich bin aber der Meinung, dass die das anders tatsächlich nicht hinbekommen.
00:41:21: Die Sinn?
00:41:21: Also das ist die Erfahrung, die ich gemacht habe.
00:41:23: Die müssen ... Ja, die brauchen viel Unterstützung.
00:41:29: Aber genauso brauchen auch die älteren Unterstützung, weil sonst heißt es ja auch wieder, wir kriegen gar nichts.
00:41:34: Die Jungen kriegen alles und wir Älteren kriegen gar nichts.
00:41:37: Und das möchte ich aber auch nicht.
00:41:38: Genauso biete ich es auch jedem an von den Älteren.
00:41:41: Wenn du möchtest, dass das jemand dabei ist, dann hol dir jemand dazu.
00:41:44: Sei es von uns, sei es ein Kollegen, sei es irgendjemand anderes.
00:41:48: Es gibt ja super viele Berufsgruppen bei uns im Haus, die auch jederzeit dazukommen können.
00:41:54: Und das ist für mich halt diese Gleichberechtigung, die ich da schaffen möchte.
00:41:58: Dass ich nicht nur die Jungen pudern möchte in Anführung strechen, sondern den älteren halt auch genau die gleiche Chance gebe.
00:42:06: Es ist schon eine Herausforderung, da auch eine Gerechtigkeit reinzukriegen und wirklich eben gerecht zu werden mit seinen ganz individuellen Bedürfnissen, wenn es unterschiedliche Generationen eben auch unterschiedliche Bedürfnisse haben, ohne dass sich einer zurückgesetzt fühlt.
00:42:21: Das ist schon ein Thema, wo ihr euch auch wahrscheinlich immer wieder absprechen müsst.
00:42:26: Wie machen wir es jetzt?
00:42:27: Und als Führungskraft inzwischen benötigst du sehr viele Soft Skills.
00:42:33: Also du musst sehr viel Empathie.
00:42:35: für junge und ältere Generationen haben und muss relativ schnell sehen, was ist los, welches Bedürfnis hat diese Mitarbeiterin, also wir haben ja.
00:42:53: Das ist aber auch schon Novum.
00:42:55: Wir haben mal Ärzte auf Stationen, aber sonst eigentlich nur Frauen auf Stationen.
00:43:00: Aber dafür bedarf es wirklich auch ein ausgeprägtes Wissen darum.
00:43:09: Warum reagieren die so?
00:43:11: Wie reagiere ich darauf?
00:43:13: Wo kann ich sie hinschicken?
00:43:14: Wie mache ich das?
00:43:16: Wen hole ich dazu?
00:43:17: Also das ist heutzutage nicht mehr so wie das bei uns früher war.
00:43:24: Ich hatte nie ein Mitarbeitergespräch, sondern mir wurde immer gesagt, was ich zu tun hatte und was ich zu lassen hatte.
00:43:30: Und ich hatte zu funktionieren und hatte in vierzehn Tagen elf Dienste und zu kommen.
00:43:38: Und heutzutage sind wir inzwischen bei einem Wunschdienstplan und es wird geguckt, wie machen wir das.
00:43:45: Es ist sehr individuell auch alles.
00:43:48: Aber trotzdem braucht es von der Führung.
00:43:51: Kraft sehr viel Know-how und Wissen, Tromarom und auch psychologisches Wissen.
00:43:58: Sehr viel psychologisches Wissen.
00:44:00: Wie hast du denn Führung gelernt, Anne?
00:44:03: Ich habe Führung gelernt einmal durch tun.
00:44:08: Also ich habe ja Anfang der Neunziger schon als stellvertretende Leitung auf einer pädiatrischen Intensivstation angefangen.
00:44:15: Aber ich habe auch Weiterbildungen dafür gemacht.
00:44:18: Ich habe kein Studium, aber mehrjährige Weiterbildungen auch mit Abschluss, wo eben halt alle diese Führungsqualifikationen gelernt werden und auch erlernt werden.
00:44:32: und es hat mir halt auch immer Spaß gemacht, Führung zu haben oder ja, das zu managen.
00:44:42: Das heißt ja nicht immer, dass wir everybody's darling sind nicht, sondern wir sind ja auch häufig die am meisten gehaste Person auf Station.
00:44:53: Also sowas habe ich auch auf der einen Station auch.
00:44:58: Was heißt gehast, aber die weiß ich nicht, wann die wieder mit mir sprechen wird.
00:45:03: Das kommt auch einfach dazu.
00:45:04: Das gehört dazu.
00:45:06: Das muss einem klar sein.
00:45:07: Dafür benötigt man aber manchmal auch.
00:45:10: Deswegen ist es auch gut, dass wir ein Büro haben.
00:45:14: wo wir ganz schnell uns auch coachen und gegenseitig diese Emotionen, die auch bei uns ja hochkommen, besprechen können.
00:45:25: Und wie gehe ich denn damit um?
00:45:27: Wie finde ich das denn?
00:45:28: Oder ich kann auch mal sagen, oh nein.
00:45:31: Also das darf man dann auch hinter verschlossenen Türen, weil wir sind auch nur Menschen.
00:45:36: Wir
00:45:36: haben auch einen kleinen Boxer auf dem Schreiter stehen, wo man gerne mal gegenhauen kann.
00:45:42: Manchmal muss man sich Luft verschaffen als Führungskraft, damit man dann aber auch wieder nett und wertschätzend und respektvoll gegenüber den Mitarbeitern dann wieder entgegentrehen kann.
00:45:51: Wie hast du Führung gelernt, Sandra?
00:45:54: Ich wollte nicht Führungskraft werden.
00:45:57: Bist du es aber jetzt doch mit Aussicht?
00:46:00: Ja, bin es geworden und find's auch gar nicht mehr so schlimm.
00:46:05: Ich wollte es tatsächlich nie werden.
00:46:07: Und jemand anderes hat es in mir gesehen und hat mir den Anstoß gegeben.
00:46:11: Und dann hab ich mich auf eine Stelle beworben, hab die nicht bekommen und hab gedacht, so ein Mist, mach ich nicht noch mal, tue ich mir nicht noch mal an.
00:46:19: Dann kam wieder eine Person und hat es in mir gesehen und hat gesagt, hey, komm, es gibt eine Stelle auf der und der Station.
00:46:25: Und da hab ich gesagt, nee, das ist aber gar nicht mein Fachbereich, da werde ich tot unglücklich.
00:46:30: Und hab aber selber in die Stellenausschreibung geguckt, weil es mir keine Ruhe gelassen hat.
00:46:35: hab dann die Position gefunden und die Stelle auf der Station und hab gesagt, ich guck's mir erst mal an.
00:46:40: Es muss mir auch vom Arbeiten her gefallen.
00:46:42: Pediatrie wollte ich ja früher gerne machen, hab ja die Chance nicht bekommen.
00:46:47: Bin dann dahin gekommen, hab eine Hospitation gemacht und dachte mir, ja, genau das ist der Bereich, den ich irgendwie immer doch machen wollte.
00:46:56: Und wenn dann Führung dazu gehört, mach ich's halt mit oder wie?
00:46:59: Dann probier
00:46:59: ich das jetzt einfach aus.
00:47:00: Und ich hab gesagt, okay, mehr als scheitern kann ich eigentlich.
00:47:03: Und bin dann da reingekommen und es war auch nicht leicht.
00:47:06: Mir wurde auch sehr deutlich mitgeteilt.
00:47:09: Mit dem Satz, wir wollen euch hier aus der Erwachsenenpflege nicht bei uns haben.
00:47:15: War, der hat gesessen.
00:47:17: Da habe ich auch gesagt, okay, ich muss mir den Mist hier auch nicht antun.
00:47:22: Ich kann auch wieder zurückgehen.
00:47:23: Aber
00:47:23: du hast durchgehalten?
00:47:24: Ich habe durchgehalten und das war auch nicht leicht.
00:47:26: Aber Anna hat mich auch wirklich sehr unterstützt.
00:47:29: Sie hat sehr viel Positives gesagt.
00:47:31: Ich wurde auch sehr früh.
00:47:32: sehr ins kalte Wasser geschmissen.
00:47:35: Es war die andere Stellvertretung, die wir noch mit haben, weil in der Reha eine war krank und ich stand da alleine.
00:47:41: Und musste dann alleine plötzlich zwei Stationen führen, was nicht sehr leicht war.
00:47:46: Und da sind auch ein paar Tränen geflossen, aber auch das hat mich nur gestärkt.
00:47:50: Daraus habe ich gelernt.
00:47:52: Und jetzt stört es mich gar nicht mehr, wenn ich plötzlich mal allein da stehe, weil ich da einfach so viel von mitgenommen habe.
00:47:58: Also es war auch sehr viel.
00:47:59: Anna hat mir ganz, ganz viel gezeigt.
00:48:01: Auch Heidi, unsere andere Stellvertretung, hat mir ganz viel gezeigt.
00:48:05: Ich habe aber auch durch die Leitung der Kinderintensiv habe ich auch viel mitbekommen.
00:48:10: Ich habe das Führungskräftesuminerarbeitier gemacht, Claudia.
00:48:13: Das hat mir auch sehr viel geholfen.
00:48:15: Ich habe sehr viele andere Fortbildungen hier zur Kommunikation gemacht.
00:48:18: Und dadurch einfach und viel Lesen.
00:48:20: Viel, viel Lesen über das Thema.
00:48:22: Also du hast viel Learning by Doing mit Unterstützung von Mentoren und dann eben auch wirklich Seminare besucht.
00:48:29: Und ich erinnere mich noch, es hat mir auch immer viel Spaß mit dir gemacht und freue mich auch, dass du jetzt so festig bist und auch sagst, ich weiß mit den Situationen umzugehen.
00:48:39: Und ich glaube, es ist immer eine Kombination aus allem, wie man fürchtigt.
00:48:44: Und ich merke jetzt halt auch nach zwei Jahren, habe ich endlich die Kraft und die Energie halt auch zu sagen, okay, das sind jetzt meine Themen hier.
00:48:51: In dem Bereich, die möchte ich gerne angehen.
00:48:54: Ich bin jetzt auch seit Januar im Studium.
00:48:57: Ich mache jetzt tatsächlich kein Management-Studium direkt.
00:49:00: Ich mache ein Pflegestudium mit einem Management-Schwerpunkt.
00:49:04: Und da ist halt auch sehr viel mit Führen auch drin im anderen Bereichen, sei es Projektmanagement, aber auch das ist ja eine Führungsart.
00:49:11: Und ich merke tatsächlich, dass dann immer, wenn das Thema Führen kommt, das mich doch mehr interessiert als das andere.
00:49:18: Ich muss
00:49:18: schon sagen.
00:49:19: Das
00:49:20: ist schon auch ein Unterschied.
00:49:21: Das ist bei euch.
00:49:22: Ihr habt Seminare besucht und ihr müsst jetzt auch, wenn ihr in eine Führungsposition wollt, wirklich ein Studium auch nachweisen können.
00:49:29: Genau.
00:49:30: Dass ihr da auch wirklich das Handwerkzeug könnt.
00:49:33: Das ist, glaube ich, auch nochmal ein Unterschied mit den Generationen.
00:49:36: Inzwischen ist das auch so.
00:49:37: Also ich habe ja kein Studium.
00:49:39: Genau.
00:49:40: Ich habe dafür Ausbildung, fundierte Ausbildung.
00:49:45: Und wenn ich jünger gewesen wäre, hätte ich auch noch mal ein Studium gemacht, weil ich glaube, man braucht dieses Instrument, auch was man da erlernt, als Führungskraft benötigt.
00:49:56: Man heutzutage, um auch den Durchblick zu haben, was in dieser ganzen Krankenhauslandschaft, also auch hier im Klinikum, was passiert, wie arbeiten die zusammen, wie sind, warum ist das so, warum sind wir davon abhängig?
00:50:11: Und so, wie können wir dann so auch das ... da hinbringen, wo wir es gerne haben möchten.
00:50:17: Also ich habe vor dreizehn Jahren den Auftrag bekommen, die Station Husandra jetzt als stellvertretende Leitung ist zu übernehmen.
00:50:26: Dafür habe ich mich beworben und der Auftrag war diese Station um zu organisieren und eine andere Patienten-Clientel da einfach zu haben, also die Multimobil erkrankter sind.
00:50:41: Und das war innerhalb von fünf Jahren, hatte ich das zu erledigen und die Mitarbeiterzahl zu erhöhen dazu.
00:50:48: Das ist auch alles gelungen.
00:50:49: Inzwischen ist es noch viel mehr geworden.
00:50:52: Sandra wird auch noch viel weiter da gehen.
00:50:56: Aber man muss das einfach verstehen, damit man auch weiß, Was ist denn politisch gewollt?
00:51:02: Ja,
00:51:03: auch das interdisziplinäre Arbeiten ist ja heute viel mehr in Krankenhäusern, wie das früher war.
00:51:09: Da hattet ihr eure Station und das war gut.
00:51:11: Und heute ist es ein interdisziplinäres Miteinander.
00:51:14: Man muss immer
00:51:15: runter von der Insel.
00:51:16: Das funktioniert nicht.
00:51:17: Wir haben kein Insel da sein mehr.
00:51:19: Und es kommen auch immer welche wieder mit Schiffen an und überschwemmen dich mit, wer weiß was, alles und gehen dann wieder.
00:51:27: Da muss man einfach gewappnet sein.
00:51:29: Und man wird nicht mit einer Station alleine, kommst du nicht mehr hier durch diese Krankenhauslandschaft, auch nicht in der Kinderklinik.
00:51:38: Das muss einfach klar sein.
00:51:39: Und Sandra hat das bei mir auch sehr schnell gelernt, mit welchen Abteilungen wir alles zusammenarbeiten, wo wir überall hingehen, mit wem wir kooperieren, warum wir kooperieren und warum das so wichtig ist.
00:51:51: Und sie hat das jetzt auch schon genauso für sich aufgebaut.
00:51:55: Also sie hat ja auch noch einen zusätzlichen Dienstplan, den sie,
00:52:00: wie heißt,
00:52:01: hier verwaltet.
00:52:02: Und das finde ich einfach toll, weil so werden wir überleben.
00:52:09: Ja,
00:52:10: als Keraliten-Netzwerken
00:52:12: inzwischen.
00:52:12: Genau, genau.
00:52:15: Und auch dazu haben wir jetzt angefangen, ein Netzwerk aufzubauen mit anderen Neonatologien.
00:52:21: Das haben wir letztes Jahr angefangen.
00:52:24: Das Neonatologien, die hier im Umkreis sind, sich treffen alle Vierteljahr von der Pflege her.
00:52:30: Die Ärzte machen das sowieso.
00:52:32: Aber wir machen das jetzt von der Pflege her, damit wir
00:52:35: die
00:52:35: Leitung, damit wir im Austausch sind, voneinander lernen, uns gegenseitig helfen können gegebenenfalls.
00:52:43: Das ist auch jetzt schon so, dass dann E-Mails kommen, wie macht ihr das denn, wie macht ihr das denn und uns zwischendurch treffen, andere Kliniken kennenlernen und dann erstaunen sind, wie man auch woanders.
00:52:57: arbeiten kann.
00:52:58: Ist ja immer wieder überraschend und wir bauen ja hier dieses neue Zentrum, das Perinatalzentrum.
00:53:05: Da ist es mir auch einfach schon im Vorfeld immer wichtig gewesen, dass wir woanders hingehen und gucken, wie könnte denn so ein Zentrum sein und was wollen wir denn haben?
00:53:15: Wie kann es auch modern gestaltet werden?
00:53:17: Richtig.
00:53:18: Und da habe ich jetzt auch immer frühzeitig Sandra mit Rhein-Sandra.
00:53:21: Was möchtest du denn?
00:53:22: Wie soll es sein?
00:53:23: Du musst hier mithin, du musst da und schau dir das an.
00:53:27: Mach dir Gedanken dazu.
00:53:28: Das hat sie auch schon angefangen und das finde ich innovativ und zukunftsorientiert.
00:53:35: Ich mag das.
00:53:37: Sandra, was würdest du gerade auch hier unseren Hörern empfehlen?
00:53:43: Was kann die jüngere Generation von der älteren Generation lernen?
00:53:48: Durchhaltevermögen.
00:53:52: Die sind doch deutlich durchhaltender in vielen Sachen, sei es mehrere Dienste am Stück zu arbeiten.
00:53:58: Das ist nun mal in der Pflege so.
00:54:01: Die jüngere Generation schafft das fünf Tage am Stück zu arbeiten, braucht dann einen Tag frei.
00:54:08: Ich komme auch noch daher, dass ich zwölf Tage am Stück gearbeitet habe.
00:54:12: Es ist nicht optimal und ich finde das auch nicht gut.
00:54:14: Wir wollen die Zeit noch nicht mit zurückhalten, ne?
00:54:16: Nein, möchte ich auch nicht mehr machen.
00:54:18: Aber so sieben, acht Tage am Stück ist schaffbar.
00:54:22: Also das schaffe ich auch hoch und ich habe ja noch andere Tätigkeiten, aber auch wenn ich jetzt acht Dienste am Stück mache und einen Tag frei habe, ist das völlig okay und das schaffen viele nicht mehr unbedingt.
00:54:33: Die Älteren schaffen das komischerweise.
00:54:35: Die stört das nicht ganz so.
00:54:37: Und das würde ich mir manchmal schon wünschen und auch dieses empfindlich sein, also dort auch weiter durchzuhalten, mal zu sagen, okay, ich hab da jetzt irgendwie einen blöden Kommentar bekommen, fand das nicht gut, aber so schlimm war das jetzt auch nicht, dass ich dann sage, okay, Augen zu und durch, ich setze mich da jetzt auf Deutsch gesagt mit meinem Hintern drauf.
00:55:01: Wenn es natürlich zu wild wird, dann kann man natürlich auch gerne was dagegen sagen, aber manchmal einfach Augen zu und durch, das würde ich mir schon wünschen.
00:55:10: Was würdest du von der jüngeren Generation anderen Leuten empfehlen, was sie lernen können?
00:55:15: Oder was hast du von der jüngeren Generation gelernt,
00:55:18: Anna?
00:55:20: Ich habe von der jüngeren Generation gelernt, offen zu sein für diese bunte Welt.
00:55:29: Das war bei uns auch ein Riesenteam.
00:55:31: Ich weiß gar nicht, ob ihr euch das vorstellen könnt.
00:55:36: Wir haben ja nun früh und neu geboren.
00:55:40: die dann von unterschiedlichen Eltern sind, Frau und Frau, oder es werden Kinder frühgeborene adaptiert von Mann und Mann, also oder Pflegekinder und sowas offen zu sein für diese, was alles Diversity sein kann in der Welt.
00:55:59: Das waren meine Mitarbeiterinnen in meinem Alter am Anfang nicht so, die konnten das nicht so verstehen, wenn zwei Frauen mit ihren Kindern da waren oder schon das zweite Kind hatten oder so, das zu begleiten, das hat sehr gebraucht und das können Jüngere viel besser.
00:56:16: Die sind viel offener für alles.
00:56:19: Toleranter
00:56:20: auch.
00:56:20: Ja, das waren sie am Anfang wirklich gar nicht.
00:56:27: Das musste echt erst mal gebahnt
00:56:29: werden.
00:56:31: Das hat sich aber verändert inzwischen, muss ich tatsächlich sagen.
00:56:35: Zum Glück noch.
00:56:37: Ja, eine kleine Abschlussfrage noch.
00:56:45: Was würdet ihr sagen oder was würdet ihr unseren Hörern empfehlen, damit jung und alt gut zusammenarbeitet?
00:56:52: Bei euch scheint es ja wirklich mega gut zu klappen.
00:56:54: Was braucht es dazu?
00:56:56: Was würdet ihr sagen?
00:56:58: Macht das so?
00:56:59: Dann funktioniert das auch.
00:57:01: Seid entspannt.
00:57:03: Seid tolerant.
00:57:06: Also ein schöneres Schlusswort können wir uns ja gar nicht vorstellen.
00:57:10: Ich danke euch für das wirklich tolle Gespräch und dass ihr uns so viele Einblicke gegeben
00:57:16: habt.
00:57:16: Für mich war es auch nochmal total spannend zu sehen, dass man eben auch da in der Führung, also was du auch erzählt hast, macht Schulungen erklärt.
00:57:26: den Leuten, wie funktioniert das unterschiedliche Generation, um ein gemeinsames Verständnis zu schaffen.
00:57:33: Das war für mich nochmal ein mega schöner Impuls, den ich auch für wichtig halte.
00:57:38: Und ihr habt das, glaube ich, jetzt auch sehr deutlich gemacht, dass es eben auch wirklich Respekt voreinander braucht und eine positive Einstellung.
00:57:46: Und ich finde auch sehr schön, Anne, wie du eine tolle Rolle als Mentorin für dich gefunden hast, wo du sagst, Mensch, dass es noch für mich erstrebenswert, bis ich in Rente gehe, die Sandra so weit zu kommen.
00:57:59: Und dass Sandra sich da auch einlässt drauf.
00:58:01: Ich glaub, das sind wichtige Momente.
00:58:04: Und danke, dass ihr euch so einen Einblick gegeben habt.
00:58:07: Sie
00:58:07: macht auch, dass ich noch da bin.
00:58:09: Ja, guck mal.
00:58:10: Tatsächlich,
00:58:11: auch wenn sie es manchmal nicht weiß.
00:58:12: Du fühlst dich gebraucht, ne?
00:58:15: Und es macht Spaß, ne?
00:58:16: Es macht Spaß, ja.
00:58:17: Das ist ... Das ist eine Form der Wertschätzung hier gegenüber.
00:58:21: Ja, genau.
00:58:21: Genau.
00:58:22: Und ich kann auch nur sagen, einfach trauen.
00:58:25: Ich habe es mir auch erst nicht zugetraut, aber manchmal muss man sich auch Sachen einfach mal zutrauen.
00:58:30: Das glaube ich auch, ja.
00:58:31: Und sie machen lassen.
00:58:33: Sie macht das schon.
00:58:34: Auch wenn sie Fehler macht.
00:58:36: Ja, habe ich auch.
00:58:37: Machen wir alle.
00:58:38: Das mache ich sogar heute noch.
00:58:39: Obwohl ich schon zwei in fünfzig bin.
00:58:44: Ich danke euch.
00:58:45: Und eine Sache noch, ich habe echt gemerkt, Krankenschwester oder Fachpflegekraft zu sein, ist gar nicht so schlimm, wie man es manchmal hört in der Presse, sondern das kann auch ganz viel Spaß machen und eure Begeisterung ist super und ich glaube die Eltern und die Kinder sind euch sehr dankbar, dass ihr euch so engagiert und euer Team zusammen habt.
00:59:10: Dafür von meiner Seite aus herzlichen Dank und Euch weiterhin so viel Spaß bei der Arbeit und Ende, dass du, wenn du in Rente gehst, dann auch dein Kunststudio machst.
00:59:22: Ja, das mache ich.
00:59:23: Unbedingt.
00:59:23: Viel Spaß.
00:59:24: Und es hat dir ganz viel Erfolg und danke für die Zeit, die ihr euch genommen habt.
00:59:27: Ja, danke schön.
00:59:28: Danke schön.
00:59:29: Tschüss.
00:59:30: Tschüss.
00:59:31: Auf bald.
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