Small Talk
Shownotes
Moderatoren:
Judith Wolf: https://www.judith-wolf.de Claudia Weiler: www.fuehrungs-spitze.com Kaspar Küppers: www.eigenrat.de
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00:00:02: Herzlich willkommen zu drei gefühlt der Führungspodcast und das sind
00:00:06: Claudia Weiler
00:00:08: und Judith Wolff.
00:00:10: Also willkommen zu unserer heutigen Podcastfolge.
00:00:13: Wir sprechen heute über ein Thema, das im Berufsalltag oft mal unterschätzt wird und doch über Sympathie, Vertrauen und Zusammenarbeit entscheidet.
00:00:22: Und das Thema heißt...
00:00:25: Smalltalk.
00:00:26: Cool.
00:00:27: Und warum ist es so wichtig, die kleinen Gespräche zwischen den großen Themen zu beherrschen?
00:00:32: Wie kann man Smalltalk im Unternehmen brückenbauen, beziehungsstärken und Kommunikation noch menschlicher machen?
00:00:40: Darüber sprechen wir heute und zeigen auch, warum so ein bisschen plaudern manchmal der Schlüssel zu einer echten Verbindung ist.
00:00:47: Also ich bin jetzt mal ganz ehrlich Judith, wo du das Thema vorgeschlagen hast, dachte ich.
00:00:53: Was sind das?
00:00:55: Und dann habe ich mich aber näher beschäftigt und habe wirklich so auch, je mehr ich mich mit dem Thema beschäftigt habe, sind mir auch Situationen eingefallen, wo ich dachte, ja, das ist ein Thema, das eigentlich alle im Unternehmen angeht.
00:01:09: Also vom Mitarbeitenden bis hin zu den Führungskräften.
00:01:15: Und mir sind so viele Situationen eingefallen, wo ich dachte, ja.
00:01:20: Da wir jetzt vorne weg ein bisschen Smalltalk, ein bisschen Empathie zeigen, durchaus sinnvoll gewesen.
00:01:28: Aber ich bin gespannt, wie wir anfangen.
00:01:31: Ja, also ich kam auch auf das Thema, weil im Freundeskreis ist Smalltalk auch öfter mal ein Thema.
00:01:36: Manche sagen, oh, das ist Smalltalk, da habe ich noch nie darüber nachgedacht.
00:01:39: Das kommt so aus mir raus, das fällt mir leicht.
00:01:42: Und anderen haben gesagt, oh, immer dieser Smalltalk, sei es beruflich oder auf Partys, das ist total anstrengend für mich.
00:01:50: und genau das aufzugreifen und zu gucken, woher kommt das überhaupt?
00:01:55: Also, wieso können das einige so einfach oder fällt das einigen so leicht und andere nicht?
00:02:01: Da würde ich gerne mal dem Ganzen auf den Grund gehen.
00:02:05: Ja, ich glaube, es ist auch was Kulturelles.
00:02:07: Also, das ist was Deutsches, das ist so ein Schwerfeld.
00:02:11: Ich verbringe auch ein Großteil meines Lebens in Frankreich und Belgien.
00:02:13: Und die labern einfach viel mehr.
00:02:14: Das kann man nicht ganz sagen.
00:02:15: Zumindest der Französisch halt auch in den Frankreich.
00:02:19: Und dann hundert Jahre.
00:02:20: Und die Verabschiedung dauert drei Jahre.
00:02:21: Also irgendwie so dreißig Minuten vorher anfangen.
00:02:24: Einen Tschüss zu sagen.
00:02:24: Und ich sage jetzt einfach einen Tschüss gehen.
00:02:26: Nein, nein, da ist noch Francois.
00:02:27: Und dann wird noch mal eine halbe Stunde.
00:02:29: Das ist wirklich so.
00:02:29: Ist vollkommen wahnsinnig.
00:02:30: Aber das ist tatsächlich so.
00:02:32: Die machen das.
00:02:32: Das merke ich, habe ich jetzt richtig gemerkt.
00:02:34: Um sich selber zu versichern.
00:02:36: ... dass sie miteinander auch eine gute Beziehung haben.
00:02:39: Und so ist es ... ... dieser soziale Kit, den man darüber ... ... ja, es ist fast wie so ein Händeschütteln ... ... im Permanentes ... ... auf so einer tonalen Ebene.
00:02:48: Und ich mach das inzwischen auch, ... ... wenn ich ein ... ... Unternehmen reingehe, erst mal, ah, schön, ... ... und dann ... ... das ist irgendwie wie so ein sozialer Code, ... ... das wir erst mal darüber reden, ... ... wie's Wetter, wie war die Anfahrt.
00:02:57: Ohne das würde es nicht gehen, ... ... brauch ich gar nicht anfangen, aufzubauen.
00:02:59: Ich muss erst mal erzählen, wie die Anfahrt war, ... ... wie's Wetter ist und wie's Hotel war.
00:03:03: Und dann ... Ist dann wie so wie so Waffenstillstand sag ich mal.
00:03:07: die Person ist nicht gefährlich.
00:03:09: Gefährlich im Sinne von ja also gehört zu uns hat ja gleich ein Steigeruch.
00:03:13: Und dann geht's los.
00:03:14: Man fühlt sich wohl.
00:03:15: Ja man fühlt sich wohl total.
00:03:17: Ja aber ich glaube auch der Asprekt dass Vertrauen einfach durch Smalltalk aufgebaut wird.
00:03:22: Dass man erstmal auf einer unverfänglichen Weise erstmal ins Gespräch kommt.
00:03:29: dann den anderen lernend einzuschätzen, wie tick der, wie ist der, wie du sagst, hat er unseren Stallgeruch, können wir mit dem, können wir nicht mit dem, ist total wichtig.
00:03:39: Und ich merke auch, wenn ich mit den Leuten am Anfang... bei der Vorstellungsrunde, die mehr persönlich ist, nichts Privates, aber zumindest Persönliches erzählen las.
00:03:51: Wir kommen viel schneller auf den Punkt, wenn wir dann die Reflektion reingehen, wenn wir schwierige Führungsthemen besprechen, dann geht das viel, viel, viel schneller in die Tiefe hinein.
00:04:03: Und ich glaube, das ist ein ganz wichtiger Aspekt, dass Smart Talk Vertrauen aufbaut.
00:04:08: Ja, und ich merke das auch in Trainings, wenn ich starte und von mir erzähle und auch Privates mit einbringe, dann passiert das automatisch, obwohl ich das nicht vorgebe, dass die Teilnehmer auch eher private Dinge teilen.
00:04:21: Und wenn ich mich beruflich vorstelle und direkt zu den Inhalten komme, dann wird das sofort geführt.
00:04:27: Das finde ich immer ganz spannend, weil ich glaube, dass die Teilnehmerinnen sich darüber gar nicht so... bewusst sind.
00:04:34: Mir fällt auf in Online-Meetings mit Unternehmen, wo ich das gegenüber überhaupt nicht kenne, dass die so kurz getaktet sind mittlerweile.
00:04:43: Das war vor ein paar Jahren noch anders, dass da noch kurz gesagt wird, wie man heißt und gar nichts weiter hinterfragt wird.
00:04:51: So nach dem Motto, wir haben uns ja schon gemäht und wissen voneinander, welche Position wir haben und wofür wir da sind.
00:04:55: Das fällt mir so auf.
00:04:57: Wie geht es euch denn damit?
00:04:59: Exakt das Gleiche.
00:05:00: Und ich würde sogar noch weiter ausweiten, dass nicht nur, wenn du mit dem Dienstleister bist, ziemlich schnell auf den Punkt kommst, sondern dass das ja auch genau der Grund des Wormfirmen heute zum Teil wieder sagen.
00:05:13: Wir wollen die Leute aus dem Homeoffice wieder zurückholen.
00:05:16: Die sollen mindestens zwei, drei Tage in der Firma sein, damit es eben diesen Smalltalk, diese kleinen, feinen Begegnungen gibt.
00:05:25: um dass die Leute sich wieder austauschen und überhaupt so ein Teamgedanke wieder aufkommt, weil mit so einer Kache spricht man eben nicht so ausführlich und persönlich und der Kontakt ist nicht so da.
00:05:38: Ja.
00:05:38: Und ich glaube, dass das ein wichtiger Kit ist auch für Teambuilding.
00:05:44: Und ich glaube, dass das auch tatsächlich ist, dass natürlich die Onlinearbeit, denen, die keine Lust aufs Motor haben, den Ich sag mal, spielt das in die Karten, weil man dann eben einfach nur noch da sitzt und sich erst mal nicht vorstellt, sondern sagt, wir reden über die Arbeit.
00:06:00: Problem ist dabei auch, ich finde, das Maltag ist auch wie so ein Abtasten-Sozial.
00:06:04: Also da, wenn ich beispielsweise, wenn du sagst Training, du hast ja dann den Lied, das heißt, du bist hierarchisch irgendwie in dem Moment höher.
00:06:11: Und wenn die dann spüren, okay.
00:06:12: ... Chefin in dem Fall teilt auch was von sich, das ist wie so eine ... ... Erlaubnis was zu teilen.
00:06:17: Deswegen finde ich ein Training oder ein Meeting, ... ... wo sowas nicht gemacht hat, dann habe ich mich schwer, ... ... weil dann gar nicht klar ist, die Leute, die da jetzt ... ... Rang höher sind, wie viel würden die denn teilen ... ... und dann weiß ich gar nicht, wie kann ich mit denen reden ... ... und dadurch wird das alles so wahnsinnig steif.
00:06:33: Und das ist das Problem dabei.
00:06:35: Ja genau, und das ist natürlich auch so eine Sache, was ... Du grade sagst in Betrieben.
00:06:42: Für Führungskräfte eben total wichtig, dass sie eben über den Smalltalk ihrer hierarchische Stellung einfach auch mal hinten anstellen, die ist ja sowieso immer da.
00:06:52: Und eine Führungskraft einfach auch mal als Mensch und persönlich zu erleben, baut vielleicht auch eher Hemmungen ab.
00:07:00: dann in kritischen Situationen doch etwas zu sagen.
00:07:04: Und ich glaube, dieses Zeigen hier, ich habe Interesse an dir als Mensch und nicht nur als Human Resources.
00:07:14: Das ist, glaube ich, auch eine Form der Wertschätzung, die Mitarbeiter sehr schnell spüren.
00:07:21: Vorgesetzte nur sein Ding und zieht es durch oder will er lieber auch mit mir persönlich als Menschenkontakt kommen.
00:07:28: Dann bin ich auch eh mal bereit, diese Extrameile zu gehen.
00:07:33: Und das haben ja viele Firmen heute als Problem, dass Mitarbeiter nicht mehr bereit sind, die Extrameile zu gehen.
00:07:41: Die machen einen Nein to Five Job und dann machen sie am nächsten Tag ihre Sachen, auch wenn Kundentermin ansteht und so weiter.
00:07:48: Das ist etwas, wo Firmen wirklich auch profitieren, auch wenn es nicht in Kennzahlen zunächst messbar ist.
00:07:58: Ja, und ich finde auch der Invest lohnt sich.
00:08:00: Ich höre öfter, was sagen wir jetzt darüber sprechen, dann fängt de Oceane eine halbe Stunde über ihr Pferd zu erzählen.
00:08:06: Was bringt das?
00:08:07: Eine halbe Stunde finde ich persönlich auch ein bisschen lang, aber die zehn Minuten, solange es ungefähr dauert, lohnt sich hinten raus in jedem Fall.
00:08:16: Und um vielleicht mal gerade zu ziehen, was Smalltalk überhaupt bedeutet, aber ich glaube, es ist für ihn etwas anderes.
00:08:23: Und oft, wenn mir Leute sagen, was für sie Smalltalk ist, höre ich da entweder was total Positives raus oder sowas Wertendes.
00:08:31: Und Smalltalk, sachlich gesehen, ist die kurze informelle Kommunikation außerhalb harter Sachthäben, meist am Anfang, am Rand oder zwischenberuflichen Interaktion.
00:08:42: Also wie zum Beispiel, was wir gerade schon hatten bei einem virtuellen Gespräch, auf einer Konferenz, beim Training, in einer Kaffee-Küche oder ankommen in einem Präsenz-Meeting oder virtuellen Meeting.
00:08:55: Wir haben ja schon ein paar Sachen gesagt, also ihr sagtet, schafft Vertrauen und Verbindungen, senkt auch die soziale Distanz, man öffnet sich mehr.
00:09:04: Was ist es denn noch für euch?
00:09:08: Für mich ist es in gewisser Weise auch ein Auftritt.
00:09:12: Man muss sich das auch klarmachen.
00:09:15: dass man sich da bisschen Kontrolle haben muss.
00:09:17: Zum Beispiel, wenn das gegenüber anfängt an Sachen zu erzählen, die mich eigentlich nicht interessieren.
00:09:22: Also es ist ein unkontrollierter, kontrollierter Moment.
00:09:25: Ich muss echt aufpassen.
00:09:26: Also ich rede das von mir, dass man mir das dann nicht ansieht.
00:09:29: Also das wird mir von meiner Partnerin häufig zurückgemeldet.
00:09:31: Sieht dir an, wenn du dich eigentlich nicht interessierst.
00:09:34: Also ich würde wirklich... Und deswegen stehen ja manchmal auch mit so einem eingefrorenen Lächeln da.
00:09:39: Also die große Kunst, permanent Interesse, manchmal dann auch sich selber... ... heuchen ist das falsche Wort, aber Interesse ... ... ja, zu ... ... zu zeigen.
00:09:51: Trotz allem immer und zu sagen, was ist das für ein Mensch?
00:09:53: Und auch wenn das jetzt was gerade da kommt, jetzt vielleicht nicht so meine Ternthemen sind, ... ... wie kann ich mich trotzdem dafür interessieren?
00:09:58: Das ist halt total wichtig.
00:09:59: Deswegen ist es für mich auch eine Auftritt.
00:10:01: Ja, und dass man auch eine ... positive Grundeinstellung zu der Person hat, weil ich finde, auch mir hat das auch öfter mal geholfen, weil man wieder darauf anknüpfen kann.
00:10:08: Ja, wenn jetzt, was habe ich gesagt, Uschi von ihm Pferd erzählt, dass ich später in einem Gespräch, wenn es um Führung geht zum Beispiel, sage ja, Uschi, wie dein Pferd, vielleicht ist es ja auch das Zugpferd, können wir so als Bild sehen, dass man das einbringt.
00:10:20: Also hat ja auch alles irgendwie ein Wert, auch wenn wir vielleicht in den Moment denken, doch das würde ich jetzt eigentlich gar nicht so vertiefen.
00:10:26: Ja, aber ich glaube, das ist auch genau der Punkt.
00:10:29: Für mich ist es weniger ein Auftritt, sondern das hat was mit innerer Haltung zu tun, so wie du gesagt hast, ein generelles Interesse an Menschen.
00:10:38: Und natürlich steht hier jetzt nicht das Thema im Vordergrund, sondern der Mensch an sich und um den Menschen zu begreifen.
00:10:47: Dann kann auch mal ein Thema, mit dem ich mich nicht so gut auskenne, tatsächlich spannend werden.
00:10:54: Und dann könnt ihr einfach auch mal fragen, wie bist du denn auf das Thema gekommen?
00:10:59: Und wieso interessiert dich das so sehr?
00:11:01: Und das könnte auch, also ich denke dann auch immer, auch wenn ich im ersten Moment, so wie ich bei dir gesagt habe, Smalltalk, Pbivax, kann doch jeder, wo ich mich näher beschäftigt habe, habe ich einfach über meinen Tellerrand hinaus gesehen, meine Grenzen erkannt und habe gesehen, oh wow, da gibt es ja eigentlich total viele andere Dinge auch noch drum herum, die spannend sind.
00:11:29: Deswegen ist, auch wenn mich erst mal scheinbar ein Thema langweilt, es ist ein Freilich der inneren Haltung und das wirklichen Interesse.
00:11:37: Und ich glaube, Gunst Molltock macht eben genau das aus, dass man echtes Interesse hat und es nicht als Mittel zum Zweck benutzt.
00:11:45: Genau, das denke ich auch, wenn man mit der Einstellung reingeht, auch da ist ja jetzt hier nur oberflächiges Geplänkel, was ich öfter höre, von Leuten, denen es Molltock nicht so liegt.
00:11:53: Und ich auch das Gefühl habe, dass ich jetzt intellektueller fühle, weil sie es nicht können.
00:11:57: Manchmal würde ich jetzt da mal negativ unterstellen an der Stelle.
00:12:01: Sondern ich finde auch, das ist ein professionelles Werkzeug sozialer Intelligenz.
00:12:06: Auch Empathie genannt.
00:12:07: Wow.
00:12:10: Und jetzt mal ganz im Ernst.
00:12:13: Wie will eine Führungskraft, wenn sie nie Smalltalk betreibt, in einem kritischen Gespräch vertrauen?
00:12:20: vom Mitarbeiter gewinnen und dann sollte er sich auf einmal komplett öffnen.
00:12:24: Das wird nicht funktionieren.
00:12:26: Was macht ihr denn?
00:12:27: Da ist jetzt ein Raum, da kommt ihr rein und jetzt heißt es erstmal Smortdog.
00:12:30: Wie verhaltet ihr euch konkret?
00:12:32: Also... Rücken gerade Augen auf, lächeln und dann kommt schon die Smalltalk-Partnerinnen und Partner angeflogen.
00:12:39: Also das ist, glaube ich, das konkrete Problem für viele Leute.
00:12:42: Ja, genau, um da mal einzusteigen.
00:12:44: Wie macht man das überhaupt?
00:12:46: Also ich würde bei mir davon ausgehen, dass es mir recht leicht fällt.
00:12:48: Ich gucke immer eher äußerlich.
00:12:50: Ich persönlich gerne habe ich ja auch nicht viel mehr.
00:12:54: Wenn ich nicht gerade vorinformiert bin und schon gegoogelt habe, ist ja nicht immer so, dass ich mir was nehme.
00:12:58: Also wenn ich dich jetzt angucke, Kaspar.
00:13:02: würde ich aus einer grauen Svetterjacke an, zum Beispiel sagen, Mensch, es ist ja schon so ein fluffiger Stoff, also darüber gehen.
00:13:08: Und die Menschen sehen das schon weich aus.
00:13:09: Ich fasse es nicht an, da würde ich gerne anfassen.
00:13:11: Aber kommt drauf an, wie die Situation
00:13:13: ist.
00:13:13: Also sagst nicht, warum hast du den alten Lappen abgezogen?
00:13:16: Das würde nämlich meine Freundin sagen.
00:13:18: Wenn man vertrautes Verhältnis hat, kann man frech sein.
00:13:22: Ich weiß nicht, ob das jetzt auch optimal war mit dem Anfassen.
00:13:24: Das könnte schon übergriffig wirken.
00:13:26: Das würde ich jetzt zum Beispiel
00:13:27: nicht machen.
00:13:28: Darf ich mal die Anzugsstoff, der schimmert so schön.
00:13:31: Oh
00:13:32: Mann, jetzt sind wir ja schon voll in dem Problem drin.
00:13:35: Aber interessant, du sagst, du guckst,
00:13:40: Kleidung, Schmuck, coole
00:13:43: Frisur.
00:13:44: Wenn ich so meine, also auf keinen Fall was sagen, wo man in Wahrheit denkt, mein Gott, das ist ja hier David Beck im Neunzehnhundertein neunzehntig.
00:13:51: Das ist natürlich nicht.
00:13:52: Wie ist es mit so allein hier, würdest du das sagen?
00:13:55: Nee, da sind wir bei einem anderen Thema.
00:13:57: Das kann dann missverstanden werden.
00:13:58: Das kann
00:13:59: auch missverstanden werden, ne?
00:14:00: Das
00:14:01: kann in den Dating-Bereich reinkommen, lieber Kaspar.
00:14:04: Aber solche Sachen, das hatte ich neu gestern in einem Training.
00:14:07: Da habe ich zu ihm angesagt, Mensch, das sind der extravagante Schuh und der Teilnehmer hat direkt gesagt, das habe ich am Freitag auch schon gehört und hat sich darüber gefreut.
00:14:15: Das reicht ja schon.
00:14:16: Ich habe dann auch nicht gefragt, ob ich sie anwassen
00:14:18: kann.
00:14:18: Ja, aber das stimmt.
00:14:19: Wenn jemand zum Beispiel so auffällig gekleidet ist, die Person möchte ja auch darauf angesprochen
00:14:23: werden.
00:14:23: könnte zumindest sein.
00:14:25: Ja,
00:14:25: stimmt.
00:14:26: Also ich bin eben auch ganz gern die Situation, die gerade da ist.
00:14:31: Das sind so, wenn man gerade einen Anlass hat und wir es auf ein Netzwerk treffen, dann hat das ja häufig auch einen Vortrag oder irgendein Thema.
00:14:43: Dann spreche ich das Thema an.
00:14:46: Oder im Seminar spreche ich eben auch über die Seminarräume.
00:14:50: Oder, ach Mensch, ist das immer blöd, den ersten Anfang zu machen.
00:14:55: Alle sitzen ruhig da und dann erzählt man Witz oder so.
00:14:59: Also ich nehme gerne die Situation, die da ist und verwandle die in... Guck mal, wir sind hier gemeinsam in einer komischen Situation.
00:15:10: Und... ... sprechst einfach auch an.
00:15:14: Also ich war früher übrigens keine gute Smalltalkerin ... ... und ich habe tatsächlich angefangen, ... ... wenn ich irgendwo im Kaufhaus oder sonst irgendwo war, ... ... bewusst Leute im Aufzug anzusprechen ... ... und genau mir solche Situationen herauszusuchen, ... ... wie könntest du jetzt diese fremde Personen, ... ... die mit dir den Aufzug teilt, ansprechen?
00:15:37: Und das war eine super Übung, weil man bewusst nach etwas sucht, wo man ein Gespräch anfangen kann.
00:15:45: Ganz unverbindlich.
00:15:46: Und inzwischen ist meistens tatsächlich so, ich lächle die Leute an und werde schon selber angesprochen.
00:15:52: Ja, ich finde auch, das ist eine super Idee, das nämlich so auch zu üben.
00:15:56: Erst mal, wenn man angenommen hat, es fällt einem schwer.
00:15:59: Genau, in solchen Situationen, im Aufzug, im Kaufhaus oder... Genau.
00:16:02: Mit
00:16:03: der Dame an der Kasse?
00:16:04: Genau, in öffentlichen Situationen, wo es nicht wild ist, wenn man sich auch mal vertut.
00:16:10: Genau, weil man sieht die Leute ja auch nicht mehr.
00:16:12: Das hat mich entlastet.
00:16:14: Und was du auch sagst, Gemeinsamkeiten finden.
00:16:16: Dafür ist es ja auch da als Einstieg.
00:16:18: Man kann erst über die Person sprechen und dann im Brücke bauen.
00:16:21: Und dann hat man schon eine Gemeinsamkeit, ist im Kontakt.
00:16:25: Und dann kann das Gespräch weitergehen und man kann es vertiefen.
00:16:30: Und lächeln.
00:16:31: Ich habe einen Freund, der ist verrückt, der fährt irgendwo einen Urlaub und dann kommt er zurück und hat fünf neue Geschäftskontakte und überlegt, soll ich da hinziehen?
00:16:38: Das ist wirklich so.
00:16:39: Es ist immer so.
00:16:40: Und denkt er auch wirklich, soll ich da hinziehen?
00:16:42: Ja, das denkt er tatsächlich wirklich.
00:16:43: Und der verdient auch Kontakte mit diesen Geschäften, die er dann da irgendwie... oder er trifft da irgendeine Frau, die er vor zehn Jahren mal toll fand und dann passiert endlich, was er sich gewünscht hat.
00:16:52: So ist er.
00:16:53: Und er lächelt immer.
00:16:54: Der kommt mit einem Lächeln rein und strahlt und er meint es ernst.
00:16:57: Und deswegen...
00:16:59: Und macht er das bewusstkasper?
00:17:01: Nee, der ist einfach so.
00:17:02: Der ist so, der ist immer so quasi.
00:17:04: Ich habe den auch schon niedergeschlagen erlebt, aber es ist schon so, wenn der reinkommt, dann öffnet der einfach die Herzen, weil er so viel lächelt und sich so freut.
00:17:14: Ja, aber ich glaube, das ist ein ganz wichtiger Punkt.
00:17:17: Wir Deutschen, jetzt komme ich mal mit Klischee hochdreien, wir Deutschen kommen ja auch schnell in Verbindung, wenn wir mit anderen jammern können.
00:17:26: Deutsches Jammern.
00:17:27: Und ich glaube, das ist gar nicht so gut, weil Jammann auch immer gegenseitig schlechte Gefühle macht.
00:17:35: Ach Gott, die Situation ist so schlimm, es geht ins Negative rein.
00:17:39: Und ich glaube, oder ich meine Erfahrung ist, machst positiv, sprich über schöne Dinge, über etwas, was du gesehen hast, was dich erfreut.
00:17:50: Und das hält die Stimmung alle auf.
00:17:55: Und da, glaube ich, ist auch Smalltalk ein guter Break.
00:17:58: Nehmen wir mal an, wir sind in einem Meeting, dann wird es kritisch und dann mal kurz unterbrechen und mal wieder in den Smalltalk zu gehen.
00:18:07: Das kann auch eine extrem deeskalierende Wirkung haben dann.
00:18:12: Und dann kann man wieder über das eigentliche Thema reden.
00:18:15: Ja, genau, wenn eine Situation angespannt
00:18:17: ist
00:18:18: zum Beispiel.
00:18:19: Ja.
00:18:20: Das ist ein Eisbrecher.
00:18:22: Total.
00:18:29: Claudia, ich kau da gerade noch drauf rum, dass du vorhin gesagt hattest, dass du früher nicht zu die Smalltalkerin warst, hätte ich jetzt gar nicht vermutet euch gesagt.
00:18:40: Was war es denn, was hatte ich denn da abgehalten in den Smalltalk zu gehen?
00:18:44: Ganz viel.
00:18:44: Also zum einen war es wirklich so, ich wollte nicht aufdringlich sein.
00:18:49: Ich dachte immer, keine Leute noch kein Gespräch aufzwingen.
00:18:53: Das sind nicht wollen.
00:18:54: und dann auch... Was soll ich denn da sagen?
00:18:57: So interessant bin ich ja gar nicht.
00:19:00: So was.
00:19:01: Oder ja, bei Chefs, da habe ich ja auch mal gedacht, so, oder hat bestimmt was Besseres zu tun, wie mit mir jetzt über schöne Wetter zu reden oder, dass es schon wieder kalt geworden ist.
00:19:13: Und da gab es einfach ganz viele Hemmungen.
00:19:16: und ganz ehrlich, mir hat früher auch das Selbstvertrauen einfach gefehlt.
00:19:22: Und ich ... wusste nicht, wie packe ich es an und ich hätte mir gewünscht, das hätte damals die Möglichkeit für mich gegeben, zu einem Seminar zu gehen.
00:19:32: Ich weiß, du machst ja solche Seminare.
00:19:34: Was machst du denn da in den Seminaren?
00:19:37: Ja, das hätte ich ehrlich gedacht.
00:19:38: auch nicht vermute, dass der Bedarf da so hoch ist.
00:19:41: Das war erst ein Auftrag von einem Unternehmen.
00:19:44: Und da bin ich auch recht so rein.
00:19:46: Was soll ich denn da genau wie du im Prinzip?
00:19:49: Was soll ich dir an einem beibringen?
00:19:52: Aber ich merke immer wieder in den Unternehmen, das hat wirklich, also da ist der Bedarf da, genau was ihr vorhin auch schon gesagt habt, dass die Leute sich das immer mehr und mehr wünschen, weil oft gehört, wird effizient schnell, schnell, schnell, schnell, Zeit, Zeit ist Geld.
00:20:07: Ja, und es gibt so tolle Praxisübungen, zum Beispiel Gesprächseinstiege, wie du lustigerweise, Claudia von schon gesagt hast, dass man die übt.
00:20:16: Also sage ich zum Beispiel so was wie stellt euch vor, ihr seid zusammen im Fahrstuhl.
00:20:20: und kommt mal ins Gespräch.
00:20:23: Oder überhaupt Netzwerken und Online-Meetings, dass man das mal darstellt, in der Art Rollenspiel.
00:20:29: Auch gerne zusammen mit einem Schauspieler, mit einer Schauspielerin.
00:20:32: Oder, was ich auch selber ausprobiert habe, Smalltalk Speed Training.
00:20:36: Das heißt, die Teilnehmer, die sich ja nicht kennen vorher, sitzen sich gegenüber, also zehn Leute, fünf, fünf.
00:20:42: Und dann sollen sie, haben sie zwei Minuten Zeit, also auch noch unter Druck.
00:20:46: was über sich zu erzählen und den anderen auch zuzuhören.
00:20:49: Und dann wird gewechselt.
00:20:50: Dann fangen Sie immer wieder von vorne an.
00:20:51: Und das kann langwierig sein, aber auch sehr witzig.
00:20:55: Und ich nehme auf jeden Fall was mit, weil Sie dann in so extremen Situationen das geübt haben, dass es danach eigentlich ein Kinderspiel ist, das in Wirklichkeit auszuprobieren.
00:21:05: Und was sehr wichtig ist, ist die Körpersprache und die ... Präsenz in so einem spontanen Dialog.
00:21:13: Und gerade wenn man eben da auch Bedenken hat, wie du sie gerade geschildert hast, oder gibt ja ganz viele andere Formen, dann ist es hilfreich von außen heran zu gehen.
00:21:23: Okay, wie stelle ich mich hin?
00:21:25: Sich dessen bewusst zu sein.
00:21:29: Wie gucke ich?
00:21:30: Bin ich bei dem anderen?
00:21:32: Und dann fällt es auch leichter in den Smalltalk zu gehen, als wenn ich so einfach mal raus.
00:21:37: Raushauer.
00:21:38: Und wer sitzt so in deinen Seminaren?
00:21:40: Also ich habe heute Morgen gerade ein Podcast gehört.
00:21:43: Da haben wir ihm auch erzählt, dass die Chen-Z und Chen-Alpha, dass die eben schon so mit ihren Handys beschäftigt sind, dass die schon sich schwer tun, überhaupt in den Klickkontakt zu kommen.
00:21:57: Und ich könnte mir vorstellen, für dies zu spannen.
00:22:01: Oder sind es auch ältere Leute oder Geschäftsführer, die da reinkommen?
00:22:06: Wer kommt zu dir?
00:22:08: Ich sehe das mit der Gen Z zum Beispiel entspannter.
00:22:12: Ich habe auch mit dem beruflich zu tun, da gibt es tolle Menschen, die überhaupt... wo das überhaupt kein Thema ist.
00:22:18: Also die jetzt auch nicht an ihrem Handy kleben und wenn ich mich da umgucke, wie es in der Straßenbahn ist, da klebt jeder am Handy.
00:22:25: So ist es auch zum Thema Smalltalk, so dass es egal welche Hierarchie-Ebene bespielt wird.
00:22:31: Dass die gleich, also gibt es Menschen, die extravertierter sind und draußen und organisch übernachten.
00:22:36: Also, das klingt jetzt auch überflächlich anders.
00:22:38: Den es leichter fällt.
00:22:40: Und den es egal ist, wenn sie da auch mal vielleicht einen Satz zu viel sagen und andere, die eher introvertierter sind, denen es schwerer fällt.
00:22:48: Aber die bräuchten vielleicht auch ein Training, die zu sehr nach vorne brechen und zu risikoreich sind, um einfach nicht in den Fettnäpfchen zu treten.
00:22:56: Und die Beziehungen kann man ja auch durch schlechten Smalltalk.
00:23:00: Komplett.
00:23:01: Und apropos Körpersprache hatte ich auch schon öfter, gerade hier im Rheinischen, hier in Köln, dass man da oben am Arm wird.
00:23:07: Und ich wurde auch schon mal geknutscht auf die Wange, und ich dachte, da ist ja so ein bisschen kein Karneval etwas übergriffig für mich zumindest.
00:23:15: Ja,
00:23:15: finde ich auch.
00:23:16: Ja, genau, da muss man auch mal wirklich gucken, kulturell.
00:23:19: Ja?
00:23:19: Ja.
00:23:21: Interessant, interessant.
00:23:23: Was geht dir durch den Kopf, Kasper?
00:23:31: Einiges.
00:23:32: Dann fass ich mal zusammen und sag gerne, was ich vergessen hab.
00:23:35: Ich
00:23:36: wollte es nicht
00:23:37: sagen.
00:23:38: Wollt ihr nicht sagen, ich buch nicht mal.
00:23:41: Ihr könnt mich buchen.
00:23:42: Ja, auch
00:23:43: Privatcoaching.
00:23:45: Auch Privatcoaching.
00:23:46: Ja, Privatberuflich ist ja immer ein Thema und es ringt ein weiter.
00:23:50: Aber was am Anfang hatten, also ... Nichts mit Data, da gibt es ja auch die sogenannten Experten, die sollen das dann auch machen.
00:23:57: Das gehöre ich nicht dazu.
00:23:59: Ja, das war gerade so interessant, weil, als du mich gefahrt hast, was geht dir durch den Kopf?
00:24:04: Diese Stille, weil ich glaube, das ist das Schlimmste, wenn dann im Smalltalk diese Stille kommt.
00:24:08: Schnell was sagen.
00:24:10: Ja, übrigens auch ein Angst-Taktor für mich.
00:24:12: Ja,
00:24:13: dann wird die Stille plötzlich so schrecklich lang.
00:24:15: Oder auch so dieses Effizienzdenken, weil eigentlich habe ich gedacht, willst du nicht mal bald eine Zusammenfassung machen.
00:24:20: Aber das ist völlig falsch, weil wir waren ja auch so nie wirklich war.
00:24:23: Und das ist genau.
00:24:24: das ist nämlich, glaube ich, was ja deutscher ist, was man immer möchte, dass ein Gespräch effizient ist.
00:24:28: Man muss auf
00:24:28: den Punkt kommen.
00:24:29: Ja, genau.
00:24:30: Und das waren die Sachen, die mich in den Kopf gingen.
00:24:32: Und da habe ich dann analysiert, was ist denn das jetzt gerade?
00:24:33: Danke
00:24:34: für's Teilen, wie man das schon sagt.
00:24:37: Also, fass doch Machen zusammen.
00:24:39: Ich fasse gerne zusammen, jetzt
00:24:40: kommen wir auf Machen
00:24:41: zum Ende.
00:24:42: Also, wir haben darüber gesprochen, dass das Smalltalk ... an sich den ersten Eindruck prägt und damit auch die persönliche Wirkung von einem selbst, dass er unterstützt, bei deinem Beispiel mit dem Freund oder Kollegen, der viel lächelt und immer aus dem Urlaub kommt mit fünf neuen Kontakten, also er unterstützt den Aufbau von Netzwerken und Beziehungen, erleichtert auch die Zusammenarbeit, hat man gesagt, über Hierarchie und Abteilungsgrenzen dann weg und wirkt auch die eskaliert in so angespannten Situationen, die es manchmal gibt.
00:25:16: was ich auch oft verwende oder nicht nur ich, sondern wir alle.
00:25:20: Er hilft, Gesprächsübergänge elegant zu gestalten.
00:25:22: Vom informellen Teil, um dann vielleicht die Brücke zu bauen, siehe Pferdebild, was wir vorhin hatten, zum fachlichen Teil.
00:25:30: Also ist
00:25:31: die weiche Fähigkeit hinter den harten Ergebnissen.
00:25:34: Oh,
00:25:36: Judith.
00:25:37: Schöner, ab ganz
00:25:37: spontan
00:25:38: war das jetzt.
00:25:39: Ja, toll.
00:25:41: Ja, cool.
00:25:42: Dann
00:25:42: ... Auf bald.
00:25:45: Ja, dann danke ich euch.
00:25:46: Sehr gerne.
00:25:47: Und ja, bleibt uns zusammen.
00:25:48: Auf
00:25:48: bald.
00:25:49: Auf
00:25:50: bald.
00:25:50: Mit Drei geführt.
00:25:51: Mit Claudia, Kaspar und Judith.
00:25:54: Tschüss.
00:25:55: Tschüss.
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